Wussten Sie, dass bis zu 70 % der Hunde, die an Morbus Addison leiden, weiblich sind? Morbus Addison, auch bekannt als Hypoadrenokortizismus, ist eine ernsthafte Erkrankung, die häufig unerkannt bleibt und lebenslange Behandlung erfordert. In diesem Artikel möchte ich, als Teil des Redaktionsteams von BerufungTier.de, die Ursachen und Behandlung bei Hunden näher beleuchten.
Bei primärem Morbus Addison sind die Schäden oft an der Nebennierenrinde lokalisiert, wo lebenswichtige Hormone wie Aldosteron und Cortisol produziert werden. Ein Mangel an diesen Hormonen kann zu ernsten Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Elektrolytverschiebungen, die mit typischen Symptomen wie Schwäche, Magen-Darm-Beschwerden und vermehrtem Durst einhergehen. Ziel dieses Artikels ist es, Ihnen ein tieferes Verständnis für die Addison-Krankheit zu vermitteln und aufzuzeigen, wie wichtig eine frühzeitige Diagnose und kontinuierliche Behandlung für betroffene Hunde sind.
Was ist Morbus Addison bei Hunden?
Morbus Addison, bekannt als Hypokortizismus, ist eine ernsthafte Erkrankung der Nebennieren. Diese Drüsen sind verantwortlich für die Produktion wichtiger Hormone, die für verschiedene Körperfunktionen unerlässlich sind. Insbesondere die Hormone Glukokortikoide und Mineralokortikoide spielen eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel und in der Reaktion auf Stress. Hunde, die an dieser Erkrankung leiden, zeigen oft unklare und wechselhafte Symptome, was die Diagnose erheblich erschwert.
Definition und Hintergrund
Die Addison-Krankheit tritt häufig bei jüngeren Hunden auf, insbesondere bei Hündinnen im Alter von 4 bis 7 Jahren. Obgleich die Symptome variieren können, sollte bei Anzeichen von Müdigkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit ein Tierarzt konsultiert werden. Bei Verdacht auf Hypokortizismus empfiehlt sich ein Routine-Blutcheck, um Elektrolytveränderungen zu überprüfen. Ein unzureichender Kortisolspiegel kann auf eine Nebennierenerkrankung hindeuten. Detaillierte Blutuntersuchungen sind notwendig, um die Diagnose zu bestätigen.
Betroffene Hunderassen
Einige Hunderassen sind anfälliger für Morbus Addison. Zu diesen Hunderassen zählen häufig große, mittelgroße und insbesondere Hündinnen. Dies macht es wichtig, die Symptome in diesen Gruppen zu beobachten und regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Tiere mit unbehandeltem Hypokortizismus können eine Addisonkrise erleiden, die lebensbedrohlich ist.
Ursachen von Morbus Addison bei Hunden
Morbus Addison bei Hunden wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Die häufigste Ursache ist die Zerstörung der Nebennierenrinde, die häufig auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen ist. Hierbei greift das Immunsystem das eigene Gewebe an, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Hormonproduktion führt. Dies kann eine primäre Nebenniereninsuffizienz zur Folge haben.
Autoimmunerkrankung
Bei der Autoimmunerkrankung wird das körpereigene Gewebe Schäden ausgesetzt, was die Funktion der Nebennieren stark beeinträchtigt. Eine unzureichende Produktion von Hormonen führt zu einem Ungleichgewicht der Elektrolyte im Blut, was für Hunde sehr gefährlich sein kann. Betroffene Hunde zeigen häufig Symptome wie Apathie, Schwäche und Verlust des Appetits.
Seltener Ursachen
Es gibt seltenere Ursachen von Morbus Addison, darunter Tumoren, Infektionen oder Durchblutungsstörungen. Diese Faktoren können ebenfalls zur Nebenniereninsuffizienz beitragen und die Hormonproduktion stark beeinflussen. Der Zusammenhang zwischen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Morbus Addison zeigt, dass die Erkrankung nicht isoliert betrachtet werden sollte. Stress und Infektionen können eine Addison-Krise hervorrufen, die sofortige tierärztliche Hilfe erfordert.

Funktion gesunder Nebennieren
Die gesunden Nebennieren spielen eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel und der Aufrechterhaltung des Flüssigkeits- sowie Elektrolythaushalts. Sie sind verantwortlich für die Produktion essenzieller Hormone, darunter Glukokortikoide und Mineralokortikoide.
Rolle von Glukokortikoiden
Glukokortikoide, wie Kortisol, sind bedeutend für verschiedene Körperfunktionen. Sie regulieren den Stoffwechsel, unterstützen die Immunreaktion und helfen dem Körper, auf Stresssituationen zu reagieren. Ein Mangel an diesen Hormonen kann erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen.
Rolle von Mineralokortikoiden
Mineralokortikoide, vor allem Aldosteron, regulieren den Natrium- und Kaliumhaushalt im Körper. Diese Hormone sind wichtig für die Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdrucks und einer gesunden Herz- sowie Kreislauffunktion. Ein Ungleichgewicht in der Produktion dieser Hormone kann zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen führen, wie etwa Hyperkalämie und Dehydration.

| Hormonart | Funktion |
|---|---|
| Glukokortikoide | Regulation des Stoffwechsels, Immunantwort, Stressbewältigung |
| Mineralokortikoide | Regulation des Natrium- und Kaliumhaushalts, Blutdruckkontrolle |
Symptome von Morbus Addison bei Hunden
Morbus Addison kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, wobei die Symptome sehr variabel sind. Betroffene Hunde zeigen häufig allgemeine Anzeichen, die nur schwer zu deuten sind. Die Früherkennung dieser Symptome ist entscheidend für ein schnelles Eingreifen.
Allgemeine Symptome
Die Symptome von Morbus Addison sind vielgestaltig und können Folgendes umfassen:
- Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Starker Durst
Diese allgemeinen Symptome können beim Hund unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Besitzer sollten darauf achten, Veränderungen im Verhalten oder der Gesundheit ihres Haustieres frühzeitig zu bemerken.
Schwere Fälle und Addison-Krise
In schwerwiegenden Fällen kann es zur sogenannten Addison-Krise kommen, einem medizinischen Notfall, der durch einen plötzlichen Zusammenbruch des Hundes gekennzeichnet ist. Die Symptome einer Addison-Krise sind entsetzlich und können Folgendes beinhalten:
- Extreme Schwäche
- Blutdruckabfall
- Seltenes Erbrechen und Durchfall
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust
Im Falle einer Addison-Krise sind sofortige tierärztliche Maßnahmen erforderlich. Ein schneller Zugang zu medizinischer Versorgung kann das Leben des Hundes retten.

Diagnose von Morbus Addison
Die Diagnose von Morbus Addison bei Hunden erfordert eine detaillierte Labordiagnostik. Der Tierarzt beginnt in der Regel mit einer umfassenden Blutuntersuchung, um die natrium- und kaliumhaltigen Werte zu überprüfen. Diese Labortests sind entscheidend, da typische Befunde wie Hyperkaliämie und Hyponatriämie auf eine unzureichende Hormonproduktion hinweisen können. Ein Natrium-Kalium-Quotient unter 27 gilt als Warnsignal für eine mögliche Erkrankung.
Labordiagnostik
Die Labordiagnostik enthält mehrere spezifische Blutuntersuchungen, die bei der Diagnose von Morbus Addison von Bedeutung sind:
| Test | Werte | Bedeutung |
|---|---|---|
| Natrium | Erniedrigt | Hinweis auf Nebenniereninsuffizienz |
| Kalium | Erhöht | Indikation für Morbus Addison |
| Natrium-Kalium-Quotient | Unter 27 | Mögliche Diagnose von Morbus Addison |
| Basalkortisol | Unter 2 µg/dl | Bedarf an ACTH-Stimulationstest |
Tests zur Bestätigung
Um die Diagnose von Morbus Addison zu bestätigen, wird häufig der ACTH-Stimulationstest durchgeführt. Bei diesem Test wird ein synthetisches ACTH verabreicht, und die Kortisolkonzentration im Blut wird vor und nach der Gabe gemessen. Ein charakteristisches Ergebnis bei primärem Hypoadrenokortizismus zeigt, dass sowohl vor als auch nach der ACTH-Gabe die Kortisolwerte unter 1 µg/dl bleiben. Diese Ergebnisse bestätigen das Vorliegen der Erkrankung und ermöglichen eine gezielte Behandlung.
Behandlungsmöglichkeiten für Morbus Addison bei Hunden
Die Behandlung von Morbus Addison umfasst verschiedene Ansätze, um sowohl akute Krisen als auch die langfristige Medikation zu managen. Bei einem akuten Notfall ist eine rasche Intervention erforderlich, die gleichzeitig die Lebensqualität des Hundes nachhaltig sichern soll.
Akute Therapie bei Addison-Krise
In einer Addisonkrise ist eine sofortige und intensive Therapie notwendig. Symptome wie hypovolämischer Schock, schwere Hyperkaliämie und Hyponatriämie können auftreten. Um die Elektrolyte zu stabilisieren, werden Infusionen eingesetzt, ergänzt durch die Gabe von Glukokortikoiden. Diese Maßnahmen führen in der Regel innerhalb weniger Stunden zu einer Verbesserung des Zustands des Hundes. Eine sorgfältige Kontrolle der Elektrolyte, insbesondere von Natrium und Kalium, erfolgt alle 2 bis 6 Stunden, abhängig vom Schweregrad der Veränderungen.
Langzeittherapie
Für Hunde mit Morbus Addison erfordert die Langzeittherapie eine regelmäßige Gabe von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden. Desoxycorticosteronpivalat (DOCP) wird typischerweise alle 28 Tage injiziert, wobei die Wirkdauer individuell variiert. Eine Dosisanpassung erfolgt 14 Tage nach der ersten Injektion, was eine wichtige Maßnahme darstellt, um die Elektrolyte stabil zu halten. In stabilen Fällen kann die Kontrolle von Natrium und Kalium auf alle 4–6 Monate ausgeweitet werden. Bei atypischem Addison erhält der Hund ausschließlich Prednisolon, mit regelmäßigen Kontrollen der Elektrolyte.
Morbus Addison Hund: Prognose und Lebensqualität
Die Prognose für Hunde mit Morbus Addison hat sich durch eine angemessene Behandlung deutlich verbessert. Hunde, die frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden, können ein nahezu normales Leben führen. Die langfristigen Behandlungsergebnisse sind in der Regel positiv, wobei die Lebensqualität der betroffenen Tiere erheblich gesteigert wird.
Langfristige Behandlungsergebnisse
Die Behandlung von Morbus Addison erfordert eine regelmäßige Anpassung der Medikamente, welche oft lebenslang notwendig sind. Die Kostenschätzung für die Therapie kann in den ersten Jahren besonders hoch sein. Eine enge Überwachung des Gesundheitszustands ist entscheidend, um potenziellen Risiken und Rückfällen entgegenzuwirken. Über die Zeit entwickelt sich häufig eine Routine, die sowohl den Hund als auch den Besitzer auf die Medikamenteneinnahme und Kontrolluntersuchungen vorbereitet. Viele Hunde zeigen durch die Behandlung eine bemerkenswerte Verbesserung der Symptome und Lebensqualität.
Wichtige Kontrollen und Tierarztbesuche
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind unerlässlich, um die Medikamentendosen optimal anzupassen und den Gesundheitszustand des Hundes zu überwachen. Dabei werden verschiedene Tests wie der ACTH-Stimulationstest und Blutuntersuchungen durchgeführt. Diese helfen, die Hormonspiegel zu kontrollieren und potentielle Anpassungsbedarf rechtzeitig zu erkennen. Eine gut durchgeführte Nachsorge ermöglicht es, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen, wie eine Addison-Krise, zu verhindern.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Langfristige Therapie | Lebenslange Einnahme von Hormonen erforderlich |
| Kosten | Monatliche Kosten mehrere hundert Euro |
| Kontrollen | Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen notwendig |
| Behandlungsanpassung | Medikamentendosen werden regelmäßig angepasst |
| Lebensqualität | Deutliche Verbesserung der Lebensqualität möglich |
Fazit
Morbus Addison, auch bekannt als Hypoadrenokortizismus, stellt eine ernsthafte, aber behandelbare Erkrankung bei Hunden dar. Die Schwierigkeit bei der Diagnose führt häufig zu unerkannten Fällen, wodurch das Verständnis für diese Erkrankung besonders wichtig ist. Eine frühzeitige Diagnose und die Einhaltung der Behandlungsvoraussetzungen sind entscheidend für die Lebensqualität des Hundes.
Die Behandlung umfasst meist eine lebenslange Therapie, die sowohl Glukokortikoide als auch Mineralokortikoide umfasst. Besitzer sollten die Symptome wie chronischen Durchfall, Lethargie und Gewichtsverlust genau beobachten und regelmäßig tierärztliche Kontrollen wahrnehmen, um sicherzustellen, dass ihr Hund weiterhin stabil bleibt. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist auch der ACTH-Stimulationstest, der als Goldstandard zur Diagnose gilt und zur Überwachung des Krankheitsverlaufs herangezogen werden sollte.
Insgesamt ist es für Hundebesitzer entscheidend, sich über Morbus Addison und die entsprechenden Behandlungsvoraussetzungen informiert zu halten. Mit der richtigen Aufmerksamkeit und Pflege kann ein Hund mit dieser Erkrankung ein gesundes und aktives Leben führen.
