Freilandhaltung von Kaninchen

Die Freilandhaltung von Kaninchen ist wahrscheinlich die artgerechteste Form der Kaninchenhaltung. Warum ich mich dazu entschieden habe und was man dabei beachten sollte.

Freilandhaltung von Kaninchen

Warum Freilandhaltung von Kaninchen?

Viele Kaninchenhalter hinterfragen heutzutage die gängige Käfighaltung von Kaninchen. Immer mehr Tiere bekommen so die Möglichkeit des täglichen Auslaufs oder – noch besser – den dauerhaften Freiraum eines Kaninchenzimmers oder eines Geheges.

Auch ich war mir lange Zeit sicher, dass unsere Kaninchen es nicht besser haben könnten. Sie haben ein recht großes Gartenhaus mit Zugang zu einem Freigeheges. Dazu kamen sie zeitweise über Tag in ein Umsetzgehege von 18 qm, damit sie mehr frisches Grünzeug zur Verfügung hatten.

Eines Tages brach eines unserer Kaninchen aus , welches erst wenige Wochen zuvor bei uns eingezogen war. Wir wollten es einfangen. Doch erst standen wir noch völlig verzückt da und beobachteten es, wie es aufgedreht durch den Garten sprang, im Erdhügel buddelte und begeistert an Pflanzen knabberte.

Es ist nicht so, dass wir unsere Kaninchen zuvor als unglücklich wahrgenommen haben. Keineswegs. Doch nie zuvör haben wir eines unserer Tiere so glücklich erlebt wie in diesem Moment der ungeplanten Freiheit. In diesem Moment wurde uns klar, dass wir unseren Kaninchen dies regelmäßig bieten wollten. Wir fingen den Ausreißer ein und begannen mit der Planung.

Kaninchen in Freilandhaltung – das ist zu beachten

Grunsätzlich sind wir bei der Haltung im Garten sehr auf Sicherheit bedacht. Das Gehege muss von allen Seiten ein- und ausbruchsicher sein, nicht nur für Kaninchen, sondern auch für ihre vielen Fressfeinde – Ratten, Marder, Hunde, Katzen, Füchse,…

In der freien Haltung im recht großen Garten ist dies nicht umsetzbar. Aber es ist auch nicht zwingend nötig. Eine gute Einzäunung ist wichtig, aber nur soweit, dass fremde Hunde nicht reinkommen und Kaninchen nicht ausbrechen können. Dazu reichen die meisten Gartenzäune wie Maschendraht-, Doppelstabmatten- oder stabile und enge Staketenzäune aus. Wichtig ist, die oft vorhandene Lücke zwischen unterem Rand des Zauns und Boden abzudichten. Das geht z. B. mit einem Streifen Volierendraht. Hoch muss der Zaun gar nicht sein, denn wenn Kaninchen sehr viel Platz und Abwechslung haben, neigen sie nicht zum Ausbrechen. Einen Meter hoch würde ich ihn dennoch mindestens machen.

Nach unten lässt sich eine große Gartenfläche nicht absichern und es würde die Pflanzen, Büsche und Bäume auch behindern. Hier muss man als Halter regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf tiefe Löcher und Tunnel gleich wieder zuschaufeln.

Wichtig sind Versteckmöglichkeiten bei der Freilandhaltung von Kaninchen. Diese bieten etwas Schutz vor Angreifern aus der Luft. Greifvögel sind nämlich am Tag aktiv. Geeignet sind breite Büsche, Tunnel, Häuser,…

Abends müssen die Kaninchen in den sicheren Stall gesperrt werden. Dort sind sie gegen nachtaktive Räuber geschützt. Meistens kommen Marder und Füchse über Nacht. Auch Ratten und Katzen sind eher in der Dämmerung aktiv, sobald wir Menschen uns zurückziehen. Einige Eulenvögel sind ebenfalls in der Lage, nachts Kaninchen zu erbeuten. Damit man die Kaninchen nicht jagen muss, sollte man ihnen ein Kommando beibringen, auf das sie kommen, weil auf dieses eine ganz besondere Belohnung folgt.

Achtet immer darauf, euch trotzdem viel mit euren Kaninchen zu beschäftigen. Sie sollen schließlich händelbar bleiben und ihr müsst sie auch mal Verletzungen u. a. untersuchen. Habt ihr Wildkaninchen in eurer Gegend, lasst nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen kastrieren.

Ein gewissen Risiko aber bleibt die Freilandhaltung der Kaninchen. Beutegreifer können zum Beispiel auch mal am Tage kommen. Hier muss jeder selbst für sich abwägen.

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