Der Jagdhund – ein Rasseportrait

Seit tausenden Jahren ist der Hund nicht nur ein Freund des Menschen, sondern auch sein Begleiter auf der Jagd. Jagdhunde im Rasseportrait.
Schon vor rund 12.000 Jahren wurden Hunde nachweislich zum Jagen eingesetzt.Foto MPstockart via Twenty20

Seit vor vielen tausend Jahren der Wolf zum Haushund domestiziert wurde, ist dieser nicht nur ein enger Begleiter des Menschen, sondern – anders als der Name „HAUShund“ vermuten lässt – auch sein Begleiter auf der Jagd. Oder kurz gesagt: Ein Jagdhund ist ein Hund, der mit oder für den Menschen jagt.

Um diese Aufgabe möglichst optimal erfüllen zu können, züchtete man im Laufe der Jahrhunderte aus dem gemeinen Haushund spezielle Jagdhundrassen. Genau diese mit ihren ganz eigenen Charakteristiken wollen wir uns hier einmal etwas näher ansehen.

Die Geschichte des Jagdhundes

Hunde und Menschen leben und arbeiten schon seit Tausenden von Jahren zusammen. Tatsächlich waren unsere hündischen Begleiter einige unserer frühesten Jagdpartner. Im Laufe der Jahre wurden viele Hunderassen herausgezüchtet, die dem Menschen bei der Jagd helfen. Jede von ihnen verfügt über spezifische Fähigkeiten, die dabei helfen können, verschiedene Arten von Wild zu finden und zu sichern.

Es gibt alte Höhlenmalereien, die Geschichten von Hunden an der Seite des Menschen zeigen. Die Geschichte reicht 20.000 Jahre zurück bis in die Zeit der Jäger und Sammler vor der Landwirtschaft. Schon vor 12.000 Jahren wurden Hunde nachweislich zum Jagen, Bewachen und Tragen von Lasten eingesetzt – und das in fast allen bekannten Kulturen.

Die alten Chinesen hielten Hunde als Gefährten und zur Jagd. In Ägypten hatten Hunde eine große kulturelle Bedeutung und wurden oft mumifiziert und mit ihren Besitzern begraben. Im Grab des alten Pharaos Ramses finden sich Bilder von ihm mit seinen Jagdhunden. Auch die alten Griechen schätzten Hunde. Sokrates behauptete sogar, Hunde seien die wahren Philosophen. Auch die alten Römer hielten Hunde als Jagd- und Wachtiere.

Arten von Jagdhunden

Es gibt verschiedene Arten von Jagdhunden, die für unterschiedliche Aufgaben und Zwecke entwickelt wurden. Zu den Hauptkategorien von Jagdhunden gehören Stöberhunde, Vorstehhunde, Schweißhunde, Erdhunde, Jagende Hunde (Bracken und Meutehunde) sowie Apportierhunde. Diese Kategorien lassen sich je nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Hunde weiter unterteilen. Hier die Hauptkategorien im Detail.

Vorstehhunde

Vorstehhunde sind Hunde, die aufgrund ihres Instinktes oder auf antrainiertes Verhalten hin beim Entdecken von Wild ihrem Besitzer dieses durch das typische Vorstehen anzeigen. Meist verharren sie in einer starren Haltung mit einer angehobenen Vorderpfote, die Hundeschnauze zeigt in die Richtung, in der das Wild steht. Vorstehhunde scheuchen das Wild nicht, sie zeigen es lediglich an. Der Jäger kann sich schussbereit machen, muss aber warten, bis das Wild von selbst austritt.

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Stöberhunde

Stöberhunde sind zuständig für das Aufstöbern von Hoch- oder Niederwild im Gebüsch und im Dickicht. Dabei arbeiten sie völlig selbstständig, oft außerhalb der direkten Kontrolle des Jägers. Sie treiben das Wild lautgebend aus der Deckung dem Jäger zu. Der Stöberhund arbeitet weiträumig und flächendeckend. Er ist mittelgroß, lautfreudig und mit einem großen Finderwillen ausgestattet.

Der Stöberhund ist auch bei Wasserarbeiten einsetzbar. Eine besonders wichtige Eigenschaft des Stöberhundes ist die Lautfreudigkeit. Das Gebell zeigt dem Jäger die Position des Hundes an, und auch das Wild ortet den Hund jederzeit und flieht nicht völlig planlos, sondern benutzt seinen hergebrachten Fluchtwechsel.

Schweißhunde

Schweißhunde sind Spezialisten im Auffinden von verletztem, blutendem Wild. Ein Schweißhund braucht eine gute Nase, Ruhe und ein festes Wesen. Es ist immer wieder verblüffend, wenn Schweißhunde selbst nach einem Tag und sogar bei Regen noch zielsicher das Wild nach mehreren Stunden intensiver Suche, finden und stellen.

Gute Schweißhunde sind selten und ausgesprochen teuer, sie werden unentwegt trainiert. Schweißhunde sind so etwas wie eine Untergruppierung der Laufhunde, die in früheren Parforce-Jagden eingesetzt wurden. In Deutschland sind Parforce-Jagden inzwischen jedoch verboten.

Erdhunde

Aufgrund ihrer Körpergröße sind Erdhunde prädestiniert für die Jagd auf den Fuchs, Dachs, Kaninchen und alles, was unterirdisch haust. Sie können aber auch als Stöberhunde und für die Nachsuche eingesetzt werden. Diese temperamentvollen Hunde unternehmen alles, um das Wild aus dem Bau vor die Flinte des Jägers zu treiben. Sie stellen aber auch das Wild im Bau – gegebenenfalls, bis sie vom Jäger ausgegraben werden.

Dabei dürfen sie nicht zu aggressiv vorgehen, sonst könnten sie sich und das Wild schwer verletzen. Zu aggressive Hunde sind für die Baujagd ungeeignet. Ihr großer Arbeitswille und ihr angenehmes Wesen machen sie zu unersetzlichen Jagdgehilfen.

Jagende Hunde

Jagende Hunde sind auch unter der Bezeichnung Brackierhunde oder Laufhunde bekannt. Diese Begriffe stammen aus Zeiten, in denen noch in großen Meuten gejagt wurde. Die Bracke ist eine alte Hunderasse, die sich auf die Segusierhunde der germanischen Völker zurückführen lässt. Im siebten Jahrhundert wurde die Bezeichnung Bracke geläufiger. Im Mittelalter wurde der Leithund Bracke genannt. Die zur Schweißarbeit abgerichteten Hunde wurden ebenfalls als Bracken bezeichnet. Neuzeitlich spricht man eher von jagenden Hunden oder Brackierhunden. Sie werden in erster Linie von Gebirgsjägern gehalten.

Apportierhunde (Retriever)

Das englische Wort „retrieve“ bedeutet „abrufen“ oder „zurückbringen“ und weist schon auf die Verwendung der Apportierhunde hin. Die natürliche Neigung, die Beute zu bringen, wurde bei den Retrievern durch Zuchtauslese verstärkt. Der Jagdinstinkt dagegen wurde etwas unterdrückt.

Ein Retriever muss das erlegte Wild nicht nur bringen, er muss es auch selbstständig suchen und darf sich durch keinerlei Hindernisse, sei es Wasser oder dichtes Unterholz, abhalten lassen. Sie sind echte Könner im Bereich Arbeit nach dem Schuss. Ihre jagdliche Einsatzmöglichkeit ist allerdings sehr begrenzt, denn sie sind weder lautfreudig noch sonderlich wildscharf.

Überblick der wichtigsten Jagdhundrassen

Vorstehhunde aus Deutschland

  • Deutsch Kurzhaar
  • Deutsch Langhaar
  • Deutsch Drahthaar
  • Deutsch Stichelhaar
  • Pudelpointer
  • Weimaraner (Kurzhaar / Langhaar)
  • Kleiner Münsterländer
  • Großer Münsterländer

Vorstehhunde aus Frankeich

  • Epagneul picard
  • Korthals Griffon
  • Epagneul Breton
  • Epagneul français

Vorstehhunde aus England & Irland

  • English Pointer
  • English Setter
  • Gordon Setter
  • Irish Red Setter
  • Irish Red&White Setter

Apportierhunde / Retriever aus England

  • Curly Coated Retriever
  • Flat Coated Retriever
  • Labador Retriever
  • Golden Retriever

Apportierhunde / Retriever aus USA

  • Chesapeake Bay Retriever

Stöberhunde aus Deutschland

  • Deutscher Wachtelhund

Stöberhunde aus England

  • Clumber Spaniel
  • English Cocker Spaniel
  • Field Spaniel
  • Sussex Spaniel
  • English Springer Spaniel
  • Welsh Springer Spaniel

Terrier aus Deutschland

  • Deutscher Jagdterrier
  • Westfalenterrier

Terrier aus England

  • Foxterrier (glatt)
  • Foxterrier (Drahthaar)
  • Welsh Terrier
  • Parson Jack Russel Terrier
  • Fellterrier (Patterdale Terrier)
  • Border Terrier

Dachshunde aus Deutschland

  • Teckel Kurzhaar
  • Teckel Langhaar
  • Teckl Rauhaar

Laufhunde / Bracken aus England

  • Basset Hound
  • Beagle
  • Foxhound

Laufhunde / Bracken aus Deutschland

  • Westfälische Dachsbracke
  • Deutsche Bracke (Olper Bracke)

Schweisshunde aus Deutschland

  • Hannoverscher Schweisshund
  • Bayerischer Gebirgsschweisshund

Foto: MPstockart via Twenty20

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