Tierarztkosten beim Hund – ein Überblick

Hunde sind treue Begleiter und helfen über viele Krisen hinweg. Umso mehr trifft es deren Halter, wenn der geliebte Vierbeiner einen Veterinär benötigt. Welche Tierarztkosten beim Hund durch allgemeine Untersuchungen und bei Behandlungen bei einem Notfall anfallen, dazu liefert dieser Ratgeber einige Hinweise.

Der Hund als beliebtes Haustier

Beinahe jedes Kind wünscht sich ein Haustier. Immerhin befand sich im Jahr 2022 in 46 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Tier. Auf der Beliebtheitsskala steht der Hund auf Nummer 2. Kurzum: 10,6 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Davon sind 44 Prozent der Hunde Mischlinge.

Diese Zahlen ermittelte das Marktforschungsinstitut Skopos im Rahmen einer repräsentativen Erhebung in 5.000 Haushalten. Das Institut hatte den Auftrag dafür vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. sowie dem ZZF, dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands erhalten.

Warum Hunde beliebte Haustiere sind

Ein Hund beendet das Leben seines Halters als „Couch-Potato“, denn er verlangt, dass dieser mit ihm Gassi geht und sich mit ihm beschäftigt. Aktive Hunde benötigen viel Auslauf, und Hundesportarten machen den Hund sowie ebenso dessen Halter fit.

Obendrein fördert ein Hund soziale Kontakte, sodass ein einsamer Mensch schneller Verbindungen zu seinen Mitmenschen aufbauen kann. Der Grund: Hunde haben auf andere Menschen eine hohe Anziehungskraft – insbesondere auf Kinder. Deshalb kommt es zu Gesprächen mit Menschen aller Altersklassen. Beim Gassigehen treffen Hundehalter aufeinander, die sich gern untereinander austauschen.

Zudem fördert ein Hund das Verantwortungsbewusstsein bei Kindern. Schließlich verlangt er nach Pflege. Fühlt sich nicht nur ein Familienmitglied zuständig, dem Hund ein liebevolles Zuhause zu geben, stärkt ein Hund zusätzlich den Familienzusammenhalt.

Weiter ist ein Rüde oder eine Hündin ein Tröster in schwierigen Zeiten. Dies machte sich während der Corona-Pandemie bemerkbar, in der die Menschen gezwungen waren, sich zu isolieren.

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Anzahl der Hundehalter zu Corona stark gestiegen

Die Tierschutzorganisation TASSO e. V. verzeichnete 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Neuregistrierungen von Hunden um 25 Prozent. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) begründet dies mit der Corona-Krise.

Damals verbrachten die Menschen ihre Zeit überwiegend zu Hause. Der Wunsch nach Gesellschaft durch ein Tier stieg durch Homeoffice und Kurzarbeit an, denn der einstige tägliche Kontakt zu Kollegen, Kolleginnen und Freunden fehlte. Stark machte sich die Isolation bei vielen Schülern bemerkbar, die mit Einsamkeit und Langeweile zu kämpfen hatten.

Der Hund sollte als Seelentröster und Gesellschafter über die schwere Zeit hinweghelfen. Daher stieg die Nachfrage insbesondere nach Welpen stark an und damit ihr Preis. Corona beflügelte leider auch den illegalen Online-Welpenhandel.

Der VDH warnt regelmäßig vor dem Kauf von im Internet angebotenen Wühltischwelpen. Diese kommen vorwiegend aus Osteuropa und stammen aus einer Qualzucht. Kurz gesagt:

  • Sie bleiben nicht, wie es gut für sie wäre, für 15 Wochen bei der Mutter.
  • Die Welpen sind meist nicht geimpft.
  • Die kleinen Hunde sterben oft in den ersten Monaten ihres Lebens.
  • Muttertiere und Deckrüden leiden bei den skrupellosen Züchtern.
  • Die Züchter haben keine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz zum Verkauf der Welpen.

Die Käufer rechnen demzufolge mit hohen Tierarztkosten beim Hund.

Welche Kriterien bestimmen die Tierarztkosten

Seit November 2022 gelten höhere Preise für die Leistungen eines Tierarztes. Deshalb ist es ratsam, die beste Hundekrankenversicherung durch einen Vergleich zu ermitteln. Was der Veterinär verlangen darf, ist in der GOT, der Gebührenordnung für Tierärzte, festgelegt. Umso wichtiger ist es, die Kriterien für die Höhe der Tierarztkosten beim Hund zu kennen.

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Ein Tierarzt entscheidet anhand verschiedener Faktoren, welchen Kostensatz er berechnet. Dies sind:

  • die Qualität einer Leistung
  • der zeitliche Aufwand
  • die besonderen Umstände wie etwa Notfall oder Wochenendarbeit

Die Berufsverbände der Tierärzte empfehlen, für eine normale Leistung mindestens einen 1,25-fachen bis 1,5-fachen Satz vom Hundehalter zu verlangen.

Sind die Veterinäre auf eine bestimmte Leistung spezialisiert oder benötigen sie für ihre hauptsächliche Tätigkeit spezielle Ausstattungen, erlaubt ihnen die GOT, höhere Sätze abzurechnen.

Die Tierarztkosten beim Hund setzen sich zusammen aus:

  • der eigentlichen Leistung
  • den Verbrauchsmaterialien
  • den Medikamenten
  • den Laborleistungen
  • Weggeld bei Behandlungen außerhalb der Praxis
  • Gebühren für Hausbesuche
  • der Umsatzsteuer

Hundehalter, die einen Überblick über die Gebühren der häufigsten Behandlungen erhalten möchten, werfen einen Blick in die GOT oder lesen diesen Ratgeber weiter.

Was kostet der Tierarzt für einen Hund?

Tierfreunde bekommen im Folgenden einen kleinen Überblick über die Tierarztkosten beim Hund.

Grundleistungen beim Tierarzt

Zu den Grundleistungen beim Tierarzt gehören die Beratungen und Untersuchungen.

Leistung Kosten ab November 2022

einfacher Satz

Kosten ab November 2022

zweifacher Satz

allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 € 47,24 €
Folgeuntersuchung im selben Behandlungsfall mit Beratung 19,74 € 39,48 €
Impfung 11,50 € 23,00 €
Bescheinigung für Impfung 6,16 € 12,32 €
stationäre Unterbringung/Tag ausschließlich Futterkosten und Behandlung 19,08 € 38,16 €
Abtasten zur Trächtigkeitsuntersuchung 15,38 € 30,76 €
per Ultraschall auf Trächtigkeit untersuchen 37,88 € 75,76 €
Ultraschall 58,92 € 117,84 €
Röntgen 36,57 € 73,14 €
Dokumentation Chippen 5,50 € 11,00 €

Chippen

10,24 € 20,48 €
Euthanasie 30,78 € 61,56 €

Notfälle & Erkrankungen

Leistung Kosten ab November 2022

einfacher Satz

Kosten ab November 2022

zweifacher Satz

Bakteriologische Untersuchung 10,26 € 20,52 €
Untersuchung Körperflüssigkeit 10,26 € 20,52 €
Mikroskopische Untersuchung

Nativpräparat

10,26 € 20,52 €
Mikroskopische Untersuchung durch Färbeverfahren 12,34 € 24,68 €
Harnkatheter legen beim männlichen Tier 19,78 € 39,56
Harnkatheter legen beim weiblichen Tier 27,48 € 54,96 €
Wundspülung 16,00 € 32,00 €

Wundverschluss

20,54 € 41,08 €
Fäden ziehen, Klammern entfernen 8,21 € 16,42 €
Untersuchung Haut/Wunde 16,50 € 33,00 €
Akupunktur 25,65 € 51,30 €
Stoßwellentherapie radial 97,52 € 195,04 €
Computertomografie eines Körperteils 350,00 € 700,00 €

Operationen

Leistung Kosten ab November 2022

einfacher Satz

Kosten ab November 2022

zweifacher Satz

Zahnextraktion aufwendig 41,04 € 82,08 €
simple Zahnextraktion 10,26 € 20,52 €
Gastroskopie 92,35 € 184,70 €
Tumor-Operation 66,65 € 133,30 €
Tumor-Operation aufwendig 164,92 € 329,84 €
Epidurale Anästhesie 22,90 € 45,80 €
Sedation per injectionem 19,78 € 39,56 €
Amputation Rute 75,54 € 151,08 €
Kastration Rüde 70,60 141,20 €
Ovarektomie Hündin 128,27 256,54
Kaiserschnitt 188,37 366,74 €

Fazit

Veterinäre berechnen ihre Kosten nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Handelt es sich um einen Notfall, der den Ablauf in der Praxis stört, fallen Tierarztkosten beim Hund in Höhe des 3 -oder 4-fachen Satzes an. Ebenso verhält es sich nach außergewöhnlich schwierigen Eingriffen.

 

Foto: ©Home-stock / stock adobe

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Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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