Reisen mit Hund

Bei Reisen mit Hund bedenken Tierfreunde, dass ihr geliebter Verbeiner entgegen seiner Natur mehrere Stunden eingeengt im Auto oder Flugzeug verbringt. Vor Ort heißt es, sich neu zu orientieren, um mit den fremden Gerüchen und der ungewohnten Umgebung zurechtzukommen. Den Hund belastet dies körperlich und psychisch stark.

Darum empfiehlt sich, eine Reise mit Hund sorgfältig zu planen. BerufungTier informiert den Leser hinsichtlich der Einreisebestimmungen, über Möglichkeiten des Transportes und gibt Tipps zur Reiseapotheke.

Die richtige Planung

Reisen mit Hund sollten wohldurchdacht sein. So schön das traute Zusammensein mit ihm ist, so sehr kann es das Tier belasten. Hier gilt es, vorab abzuwägen, ob das Haustier die Anfahrt gut wegsteckt.

Der eine liebt das Mitfahren im Auto, für den anderen ist es eine Belastungsprobe. Viele Hunde reagieren mit:

  • Unruhe
  • Angst
  • Reisekrankheit

Dann ist es im Zweifelsfall besser, den Hund zu Hause zu lassen und die Dienste einer Hundebetreuung für den Zeitraum der Abwesenheit in Anspruch zu nehmen.

Welche Reisen mit Hund sind überhaupt machbar? Verträgt dieser das Klima? Huskys und Somojeden mögen kühle Regionen; ein Sommerurlaub in südlichen Ländern empfiehlt sich daher nicht. Generell fühlen sich Hunde bei gemäßigten Temperaturen um 15 °C wohl. Schon bei 22 °C ziehen sie sich in den Schatten zurück. Für eine Reise mit dem Hund ist daher die Nebensaison die richtige Zeit für einen Urlaub.

Plant man einen Wanderurlaub, setzt das eine gute Grundkondition des Hundes voraus. Bernhardiner, Malteser sowie ältere Hunde strengt eine längere Wanderung übermäßig an. Jedoch begleiten Berner Sennenhunde, Australian Shepherds und Border Collies ihren Halter gern bei einem längeren Fußmarsch.

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Noch bevor Hundehalter die Reise mit dem Hund planen, sollten sie sich über verschiedene Dinge informieren, darunter:

  • Einreisebestimmungen im Zielland
  • Vorschriften zum Führen des Hundes (Leinen- und Maulkorbpflicht)
  • Impfpflicht für Haustiere
  • ansteckende Krankheiten
  • Wetterbedingungen
  • hundefreundliche Unterkünfte
  • Hundestrände am Zielort
  • beliebte Wanderrouten in der Umgebung für Reisende mit Hund
  • Hundebetreuung am Urlaubsziel
Tipp: Bevor es losgeht, empfiehlt sich ein Gesundheitscheck beim Tierarzt. Er untersucht das Tier auf gesundheitliche Einschränkungen und Parasiten und impft es bei Bedarf.

Urlaub im Ausland – gibt es Einreisebestimmungen für Reisen mit Hund?

  • Bei Reisen innerhalb der EU ist das Mitführen eines EU-Heimtierausweises, um das Tier eindeutig zu identifizieren, ist es gechipt oder tätowiert. Die Kennzeichnungsnummer findet sich im Pass wieder.
  • Neben den Angaben zum Tierhalter und zum Hund gibt der Heimtierausweis Auskunft über den für die Einreise erforderlichen Impfschutz. Hundehalter beachten, dass sie ihr Tier gegen Tollwut mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt impfen lassen. Erst nach dieser Zeit zeigt die Spritze ihre Wirkung.
  • Welpen dürfen frühestens ab der 15. Woche reisen, da die Tollwutimpfung erst bei Tieren möglich ist, die mindestens drei Monate alt sind.
  • In Finnland, Irland und Malta weichen die Regeln für Reisen mit Hund ab. Hier gelten verschärfte Regelungen im Hinblick auf den Impfschutz. Die Einreise nach Irland erfordert eine Behandlung gegen Echinokokken (Bandwürmer).
  • In einigen Ländern wie Dänemark und Frankreich ist die Einreise mit gefährlichen Hunderassen untersagt. Teils gibt es eine Pflicht, das Tier an der Leine und mit Maulkorb zu führen.
  • In Spanien dürfen Hunde nicht an den Strand, in die öffentlichen Verkehrsmittel und auf die Promenaden.
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Hinweis: Genauere Informationen erhalten Menschen, die mit Hund reisen, auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

Reisen mit Hund: Möglichkeiten, den Hund zu transportieren

Bei Reisen mit Hund entscheidet die Art des Transportmittels darüber, ob und wie der Vierbeiner gesund am Ziel ankommt.

Autofahren mit Hund – unsere Tipps

  • Bei Reisen mit dem Pkw sind Hunde ausreichend zu sichern, da die Verletzungsgefahr bei einem unerwarteten Bremsmanöver für Tier und Mensch groß ist.
  • Sicher sind Hundetransportboxen und Transportbox-Gitterboxen für den Kofferraum in dem Hund angepasster Größe.
  • Optional empfehlen sich Soft-Taschen oder Gurtsysteme zum Befestigen mit Isofix-System an der Rücksitzbank.
  • Gepäckstücke sicher verstauen, damit diese das Tier bei einem Bremsmanöver nicht verletzen.
  • Den Hund zwei Stunden vor Reiseantritt nicht füttern, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.
  • Bei Reisen mit Hund ausreichend Wasser mitnehmen und bei Pausen an der Raststätte oder Tankstelle Frischwasser anbieten.
  • Mindestens alle zwei Stunden zum Beinevertreten Pause machen.
  • Den Hund bei hohen Temperaturen niemals im Auto lassen – auch nicht in den Pausen oder für wenige Minuten.

Fliegen mit Hund?

Flugreisen eignen sich nur für Hunde, die nichts aus der Ruhe bringt. Sie sollten möglichst klein und leicht (maximal 8 Kilo) sein, damit sie zu ihrem Frauchen oder Herrchen in den Passagierraum dürfen. Ihr Platz während des Flugs ist unter dem Sitz.

Größere Tiere kommen in einer speziellen Flug-Transportbox in den Frachtraum. Da es dort dunkler und wesentlich lauter ist als im Passagierraum, verursacht das beim Tier großen Stress. Folglich ist von Flugreisen mit großen Hunden grundsätzlich abzuraten. Hinzu kommt: Das Reisen mit Hund ist nicht mit allen Fluggesellschaften möglich.

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Reiseapotheke auch für den Hund

Bei Reisen mit Hund empfiehlt es sich, eine Reiseapotheke mit Medikamenten und Verbandszeug speziell für Hunde mitzuführen. Darin befinden sich:

  • Desinfektionsmittel
  • Wundsalbe oder Wundspray
  • Spot-On-Präparate zur Parasitenprophylaxe
  • Sonnenschutz für Kurzhaarrassen
  • Durchfallpräparate oder Kohletabletten
  • sterile Kochsalzlösung oder Ohrreiniger zum Spülen des Gehörganges
  • Verbandsmaterial und Schere
  • Präparat gegen Reiseübelkeit
  • Elektrolytpulver bei Durchfall und Erbrechen
  • Kühlkompressen
  • Zeckenzange und Pinzette
  • Notfallnummer eines Tierarztes am Zielort

Fazit

Reisen mit Hund funktioniert mit wohldurchdachter Planung. Wichtig ist es, sich mit den Einreisebestimmungen, den klimatischen Bedingungen vor Ort und den möglichen gesundheitlichen Gefahren für das Tier vertraut zu machen.

Dabei spielt auch die Art des Transports eine wesentliche Rolle. Urlaubsbedürftige Hundehalter bedenken: Die Anreise zum Zielort bedeutet für den Hund Stress. Im Zweifelsfall ist er bei einem Hundesitter oder in einer Hundepension besser aufgehoben.

Foto: ©Elizaveta / stock adobe

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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