Krankenversicherung für den Hund

Eine Krankenversicherung für den Hund bedeutet für die Halter eine finanzielle Entlastung, wenn ihr Haustier die Hilfe des Tierarztes braucht. Neben Vorsorge- und Routineuntersuchungen übernehmen Tierarztpraxen auch die Notfallversorgung.

Abhängig von der angebotenen Leistung, deren Zeitaufwand und dem Zeitpunkt des Tierarztbesuchs kommen Kosten von mehreren hundert Euro auf Hundebesitzer zu. Die Hundekrankenversicherung erstattet die Behandlungskosten anteilsweise oder vollständig.

Welche Leistungen bietet eine Hundekrankenversicherung?

In Deutschland leben laut einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 2022 rund elf Millionen Hunde. In vielen Haushalten gehört das Haustier zu den lieb gewonnenen Familienmitgliedern. Eine Verletzung oder Krankheit des Hundes versetzt die Halter schnell in Angst und Schrecken. Einerseits fürchten sie um das Wohlergehen des Tiers. Andererseits bringt der Gedanke an hohe Tierarztkosten Unbehagen mit sich.

Um den Geldbeutel beim Tierarztbesuch zu schonen, kommt eine Krankenversicherung für den Hund infrage. Sie schützt vor dem finanziellen Risiko, mit dem einige Behandlungen in der Tierarztpraxis einhergehen. Speziell Operationen sowie Besuche beim Tierarztnotdienst können das Konto des Hundehalters stark belasten.

Allerdings variiert das Leistungsangebot bei Hundekrankenversicherungen gravierend. Die Mehrzahl der Anbieter unterscheidet zwischen einer OP-Versicherung und dem Krankenvollschutz.

Was ist eine OP-Versicherung?

Die OP-Versicherung deckt ausschließlich die Kosten für einen operativen Eingriff ab. Sie springt bei Operationen nach Unfällen und Krankheiten ein. Die Kostenübernahme umfasst die folgenden Leistungen:

  • Tier-Rettungsdienst
  • Diagnostik vor der Operation
  • Voll- oder Teilnarkose vor dem Eingriff
  • Unterbringung in der Tierarztklinik
  • Nachbehandlung

Bei den meisten OP-Versicherungen profitieren die Hundehalter von der freien Tierarzt- und Klinikwahl. Zu den Routineeingriffen, die der Versicherungsschutz einschließt, gehören:

  • Kastration und Sterilisation
  • Zahnwurzelbehandlung
  • Zahnextraktion

Abhängig von der gewählten Versicherungsgesellschaft und dem Tarif beinhaltet das Angebot weitere Leistungen. Vor Abschluss der Krankenversicherung für den Hund lohnt sich daher ein umfassender Anbietervergleich.

Was bietet der Krankenvollschutz für den Hund?

Im Vergleich zu einer OP-Versicherung geht der Krankenvollschutz mit höheren Versicherungsbeiträgen einher. Dafür bietet er ein großes Leistungsangebot, das die OP-Kostenerstattung einschließt. Zusätzlich deckt die voll umfassende Hundekrankenversicherung die Kosten für folgende Behandlungen ab:

  • Allgemeinbehandlungen
  • Behandlungen nach Unfällen
  • Diagnostik-Untersuchungen
  • Zahnprophylaxe
  • Blutuntersuchungen
  • Impfungen
  • Computertomografie, kurz CT
  • Magnetresonanztomografie, kurz MRT

Überdies kommt die Versicherung für Arzneimittel, Medikamente und Verbrauchsmittel auf.

Eine empfehlenswerte Krankenversicherung für den Hund bezahlt den stationären Aufenthalt des Haustiers in der Tierarztpraxis oder -klinik. Dabei spielt keine Rolle, welche Behandlung die tierärztliche Überwachung notwendig macht.

Ebenso bieten zahlreiche Hundekrankenversicherungen die Kostenübernahme bei Voll- oder Teilnarkose vor Vorsorgeuntersuchungen und -behandlungen. Einige Anbieter warten mit einem Prothesenservice auf. Dieser beinhaltet die Bezuschussung oder den vollen Kostenausgleich für Tierprothesen ohne Operation oder Behandlung.

Für Tierhalter, die regelmäßig mit ihrem Hund verreisen, empfiehlt sich eine Hundekrankenversicherung, die im Krankheitsfall des Haustiers den Rücktransport aus dem Ausland bezahlt.

Wann lohnt sich eine Krankenversicherung für den Hund?

Aus finanzieller Sicht lohnt sich eine Hundekrankenversicherung, wenn die Halter einen gesunden Welpen oder ein Jungtier versichern. In beiden Fällen fallen die Beiträge meist niedriger aus als bei älteren oder vorerkrankten Hunden.

Dennoch bieten einige Versicherer eine Hundekrankenversicherung trotz Vorerkrankung an. Ob sich die Beitragshöhe im Vergleich zu einem gesunden Tier unterscheidet, hängt vom Anbieter ab. Tierhalter beachten, dass die Krankenversicherung für vorerkrankte Hunde nur die Kosten deckt, die nicht mit der Vorerkrankung zusammenhängen.

Hauptsächlich eignet sich die Hundekrankenversicherung, um sich gegen hohe Operationskosten beim Hund abzusichern.

Ein Krankenvollschutz ergibt Sinn, wenn er die Kostenübernahme für Vorsorge- und Routinebehandlungen umfasst. Entscheiden sich Tierbesitzer gegen die Versicherung, sollten sie finanzielle Rücklagen bilden. Dieser am besten auf einem Unterkonto verwahrte „Notgroschen“ dient dazu, im Ernstfall eine hohe Tierarztrechnung zu begleichen.

Worauf achten Tierhalter bei der Versicherungswahl?

Im Leben ihrer Besitzer spielen viele Haustiere eine wichtige Rolle. Daher entscheiden sich zahlreiche Hundehalter für eine Tierkrankenversicherung, die finanziellen Engpässen beim Tierarztbesuch vorbeugt. Bei der Auswahl gilt es jedoch, auf folgende Punkte zu achten:

  • Ausschlüsse und Leistungsbegrenzungen
  • Selbstbehalt
  • Wartezeit nach Versicherungsabschluss
  • Freiheit bei Tierarzt- und Therapiewahl

Eine empfehlenswerte Krankenversicherung für den Hund übernimmt die Tierarztkosten bis zum dreifachen Satz der GOT. Das Kürzel steht für die Gebührenordnung für Tierärzte.

Zusätzlich verzichten seriöse Versicherungsanbieter auf das Kündigungsrecht nach dem Schadensfall. Der Vertrag mit dem Versicherer erlischt, wenn die Tierhalter ihren Hund verkaufen oder wenn das Haustier verstirbt. In beiden Fällen ergibt es Sinn, die Versicherungsgesellschaft zeitnah darüber zu unterrichten.

Typische Behandlungen beim Hund im Überblick

Im November 2022 trat die bislang letzte Änderung der Gebührenordnung für Tierärzte in Kraft. Im Vergleich zu den Vorjahren erhöhten sich die Material- und Behandlungskosten teils drastisch.

Magendrehung-OP beim Hund

Bei einer Magendrehung handelt es sich um einen lebensgefährlichen Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert. Hauptsächlich große Rassen neigen zu der Problematik, der eine Aufgasung voranschreitet.

Abhilfe schafft eine Operation. Diese kostet nach einfachem Gebührensatz inklusive der Fixation rund 257 Euro. Der zweifache Satz entspricht 513 Euro, der dreifache knapp 770 Euro.

Zeckenentfernung

Eine regelmäßige Zeckenkontrolle gehört zur Hundepflege dazu. Entdecken Tierhalter einen der Ektoparasiten im Fell ihres Hundes, entfernen sie diesen mit Pinzette oder Zeckenkarte.

Brauchen Tierbesitzer bei der Zeckenentfernung tierärztliche Unterstützung, handelt es sich um eine allgemeine Untersuchung. Diese rechnen Tierärzte folgendermaßen ab:

  • 23,62 Euro als einfacher Satz
  • 47,24 Euro als zweifacher Satz
  • 70,86 Euro als dreifacher Satz

Eine Zeckenimpfung geht mit Kosten von je 11,50 Euro einher.

Entfernung von Hauttumoren

Bei einer auffälligen Hautveränderung des Hundes kann es sich um einen Tumor handeln. Entfernt der Veterinär diesen, bezahlen die Hundehalter beim einfachen Satz 66,65 Euro. Komplizierte Tumoroperationen berechnen Tierärzte mit mindestens 164,92 Euro.

Behandlung von Grauem Star

Beim Grauen Star trübt sich die Linse des Hundes, was dessen Sehfähigkeit stark beeinträchtigt. Die chirurgische Behandlung kostet:

  • 380 Euro als einfacher Satz
  • 760 Euro als zweifacher Satz
  • 140 Euro als dreifacher Satz

Handelt es sich um altersbedingten Grauen Star, betrifft dieser meist beide Augen. Ohne die operative Behandlung besteht die Gefahr, dass das Haustier komplett erblindet.

Zahnextraktion

Entfernt der Tierarzt einen Zahn des Hundes, liegt der einfache Kostensatz bei 10,26 Euro. Bei einem komplizierten Eingriff steigen die Gebühren auf rund 41 Euro.

Arthrosebehandlung

Rund 20 Prozent aller Hunde leiden mit der Arthrose unter einem erkrankten Bewegungsapparat. Steifheit, Bewegungsunlust sowie Lahmheit zählen zu den charakteristischen Symptomen. Die Therapie richtet sich nach dem individuellen Zustand des Haustiers.

Neben entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten verordnen Tierärzte betroffenen Hunden oft Physiotherapien. In schwerwiegenden Fällen kommt es zu einem operativen Eingriff. Die Arthrodese, die das schmerzende Gelenk versteift, kostet ohne Fixation rund 366 Euro. Mit dem zusätzlichen Fixieren des Hundes betragen die Kosten für den Eingriff 853 Euro.

Fazit

Eine empfehlenswerte Krankenversicherung für den Hund beugt dem Risiko hoher Behandlungskosten beim Tierarzt vor. Dabei übernimmt ein guter Krankenvollschutz die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Prophylaxe.

Für Tierhalter, die sich lediglich den Schutz vor hohen Operationskosten wünschen, reicht eine OP-Versicherung für Hunde aus.

 

Foto: ©mtrlin/stock adobe

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