Waldrapp – Vogel der Herzen

Wie viele andere Tierarten auch ist der Waldrapp in der Geschichte nur knapp dem Aussterben entkommen. Einst in weiten Teilen Europas zu Hause wurde der Waldrapp in seinen Stammgebieten in Deutschland, Spanien, Frankreich, der Schweiz, Österreich und auf dem westlichen Balkan so intensiv bejagd, dass es sie seit dem 17. Jahrhundert in Mitteleuropa nicht mehr gab.

In Marokko und in der Türkei lebten im Jahr 2019 noch etwas wenige als 1.000 wilde und halbwilde Tiere – dazu etwa 2.000 Exemplare in Gefangenschaft. Vereine und Stiftungen wie Reason for Hope beispielsweise arbeiten seit Jahren an einer Neuansiedlung dieses majestätischen Tieres, das zu den bedrohten Vogelarten auf der Welt zählt.

Der Waldrapp – Das Erscheinungsbild

Der Waldrapp gehört in die Kategorie der Ibisvögel und weist kaum geschlechterspezifische Unterschiede im Erscheinungsbild auf. Typisch für den Waldrapp ist sein in den Farben schwarz, grün und violett glänzendes Gefieder sowie seine rot gefärbten Beine und der rote, weit nach unten gebogene Schnabel. Dazu rundet der üppige Federschopf das Erscheinungsbild des ausgewachsenen Waldrappes majestätisch ab.

Bei jungen und jugendlichen Exemplaren ist der Federschopf noch nicht vorhanden oder nicht so ausgeprägt, und die Befiederung ist eher grau als schwarz glänzend. Der Waldrapp erreicht ein Gewicht von 1 bis 1,5 Kilogramm und kommt als ausgewachsenes Männchen auf eine Flügelspannweite von bis zu 1,25 m. Der bis auf den Federschopf kahle Kopf des Waldrappes erinnert ein wenig an einen Geier oder andere Aasfresser – der kahle Kopf ist hier allerdings auch schon die einzige Gemeinsamkeit.

Was frisst der Waldrapp?

Der Waldrapp ist kein Aasfresser. Viel mehr nutzt er seinen langen gebogenen Schnabel, um mit seiner Hilfe Würmer, Larven und Insekten aus dem Boden zu stochern. Als Gebiet für die Nahrungssuche wählt der Waldrapp bevorzugt grüne Wiesen wie Golf- oder andere Sportplätze, aber auch frisch beackerte Felder, in denen das Auffinden von Regenwürmern besonders einfach ist.

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Da der Waldrapp sich aufgrund der Vorliebe für leicht zu bearbeitenden Boden in der Regel in der unmittelbaren Nähe menschlicher Siedlungen aufhält, wird er auch als Kulturfolger bezeichnet.

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Wie pflanzt sich der Waldrapp fort?

Waldrappe suchen sich als Brutplätze Nischen in Felswänden oder andere ähnlich geschützte Plätze. Dabei geht es gleichermaßen um den Schutz vor der Witterung wie auch um den leichteren Schutz vor Raubvögeln. Waldrappe brüten in Kolonien und sind echte Familientiere – zumindest für den Verlauf eines Jahres.

Waldrappe finden sich als Paare zusammen, brühten gemeinsam und ziehen den Nachwuchs auch gemeinsam groß. Allerdings sind die Paarzusammensetzungen von Jahr zu Jahr variabel und bleiben nicht, wie beispielsweise bei Pinguinen, über Jahre hinweg dieselben. Waldrappe legen bis zu 4 Eier. Die Eier, die eine leicht grünliche Färbung haben, haben in etwa die Größe eines Hühnereis.

Waldrappeneltern brüten ein Ei nach dem anderen aus. Das führt dazu, dass zwischen dem Schlüpfen der einzelnen Küken ein Abstand von bis zu drei Tagen liegt. Das wiederum verringert die Aggressionen der Küken im Nest untereinander und legt die Rangfolge der einzelnen Küken fest. Waldrappe gelten als sehr gute Eltern, die auch das letzte Küken ebenso gut versorgen wie die „großen Geschwister“.

Die Nestlingszeit des Waldrappen beträgt zwischen 42 und 50 Tagen. Hiernach werden die Jungen flügge und unterstützen anfangs die Eltern bei der Nahrungssuche. Mit zunehmendem Alter schließen sie sich in Jugendgruppen zusammen. In ihrer ersten Herbstwanderung schließen diese Jugendtrupps sich erfahrenen älteren Gruppen an und folgen diesen in ihre Winterquartiere.

So ergibt sich die Suche nach dem richtigen Platz zum Überwintern aus einer Mischung aus Instinkt und übermittelter Tradition. Genau das versuchen sich Vogelzüchter, die aktuell eine Wiederansiedlung in Europa betreiben, zunutze zu machen. Sie gewöhnen den Tieren neue Zugrouten an, die sie wieder in die Regionen Europas führen sollen, in denen ihre Artgenossen einst beheimatet waren.

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Wiederansiedlung des Waldrapps

Das größte und wichtigste Förderprogramm für den Waldrapp ist das EU Projekt LIFE+ Biodervisity. Seit dem Jahr 2013 wird die Wiederansiedlung des Waldrappes in verschiedenen Regionen Europas durch die EU mit diesem Projekt gefördert. Ziel dieses Projektes ist es einerseits, den Waldrapp wieder zu einer etablierten europäischen Zugvogelart werden zu lassen. Parallel dazu soll eine Aufklärungskampagne für vor allem italienische Jäger dafür sorgen, dass die Tiere nicht mehr der direkten Gefahr durch die Jagd ausgesetzt sind.

Darüber hinaus ist Teil der Zielsetzung die schnelle Überführung von Waldrapp Wilderern, um den Schutz der Art sicherzustellen. Durch ein umfassendes Veterinärmonitoring wird das Projekt unterstützt. Hierbei soll vor allem die Vitalität und die Gesundheit der Population des Waldrappes sichergestellt werden.

Die ursprüngliche Zielsetzung des EU Projektes LIFE+ Biodervisity in Zusammenarbeit mit dem Waldrappteam, das bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten an der Wiederansiedlung des Waldrapp arbeitet, war eine Population von 120 Zugvögeln der Art im Jahr 2019 zu erreichen. Mit einer Population von 140 Waldrappen, die den Sommer in Europa verbringen, wurde dieses Ziel mehr als erreicht. Die Zahl der in Europa lebenden Waldrappen ist dabei weiterhin zunehmend.

Fazit

Der Waldrapp gilt als wunderbares Beispiel für eine gelungene Wiederansiedlung eines einstmals in einer bestimmten Region heimischen Tieres. Doch trotz dieser Bemühungen ist der Waldrapp nach wie vor eine bedrohte Vogelart. Deshalb arbeiten das Team Waldrapp und die EU weiterhin daran, den Lebensraum des Waldrapp zu erhalten und diese bedrohte Art zu schützen.

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Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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