Vögel im Winter füttern – Infos & Tipps

Das muntere Vogelgezwitscher im Garten ertönt von Frühling bis Herbst. In der kalten Jahreszeit nimmt das Tirilieren ab, da viele Zugvögel in ihren Winterquartieren im Süden weilen.

Bleiben Vögel im Winter an ihren angestammten Plätzen, handelt es sich um Standvögel. Um ihnen das Überwintern zu erleichtern, informieren sich Tierfreunde über das richtige Futter und geeignete Futterplätze.

Welcher Vogel frisst welches Futter?

In Deutschland leben zahlreiche Standvögel, die den Winter in ihren Brutgebieten verbringen. Zu den bekannten Arten gehören Amsel, Blaumeise, Grünfink und Zaunkönig. In der warmen Jahreszeit ernähren sich die Tiere hauptsächlich von Insekten, Körnern und Samen. Doch was fressen die Vögel im Winter?

Pro Jahr geben Tierfreunde in Deutschland rund 15 bis 20 Millionen Euro für Vogelfutter aus. Um damit die Wintervögel richtig zu füttern, empfiehlt sich ein Blick auf die jeweiligen Futterbedürfnisse. Hierbei unterscheiden sich zwei Varianten: Weichfutterfresser und Körnerfresser.

Erstere bevorzugen weiches Futter, darunter Haferflocken, Obst und Mohn. Die Körnerfresser besitzen einen robusten Schnabel, mit dessen Hilfe sie harte Schalen aufbrechen. Zu ihren favorisierten Mahlzeiten zählen grobe Körner, zu denen Sonnenblumenkerne gehören.

Weichfutterfresser, die sich häufig in den Gärten tummeln, sind:

Körner bevorzugen Sperling, Fink und Gimpel.

Einige Wintervögel nehmen weiches und hartes Futter zu sich. Zu diesen „Allesfressern“ zählen neben Kleiber und Specht auch Blau- und Kohlmeise.

Das angebotene Vogelfutter entscheidet, welche Vögel im Winter im Garten anzutreffen sind. Alternativ finden Tierfreunde heraus, welche Vogelarten auf dem Grundstück heimisch sind und passen die Futtergabe daran an.

Achtung: Brot oder die Reste vom Küchentisch eignen sich nicht als Vogelfutter. Gleiches gilt für Lebensmittel, die Salz und andere Gewürze enthalten.

Siehe auch  Dürfen Hunde Brokkoli essen?

Das Vogelhaus als idealer Ort fürs Füttern

Neben der Frage, was Gartenvögel im Winter fressen, suchen Tierfreunde nach Informationen zu den richtigen Futterstellen. Die klassische Möglichkeit, den Vögeln loses Futter wind- und niederschlagsgeschützt anzubieten, ist das Vogelhaus. Abhängig von der gewählten Größe kommt es als Futterstelle für kleine bis mittelgroße Vogelarten infrage.

Auf der horizontalen Fläche des Vogelhauses finden Körner, Samen sowie typisches Weichfutter Platz. Eine Leiste, die um die Futterfläche führt, verhindert das Herunterfallen oder Hinaufwerfen des Futters.

Ein vielseitiges Futterangebot lockt zahlreiche Vögel im Winter in das Vogelhaus. Damit sich keine Krankheiten ausbreiten, achten Tierfreunde auf die regelmäßige Vogelhaushygiene. Vorzugsweise befreien sie die Futterstelle täglich von Kot, Futterresten und anderen Verschmutzungen.

Beim Reinigen des Vogelhauses empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Mit diesem Schutz ausgerüstet wischen Vogelfreunde zunächst die Futterfläche grob ab und anschließend mit heißem Wasser sauber.

Das Vogelhaus aufstellen – das ist der richtige Standort

Damit die Gartenvögel die ihnen angebotenen Futterstellen annehmen, spielt die Wahl des Standorts eine wichtige Rolle. Zunächst ergibt es Sinn, einen Blick auf die Fressgewohnheiten der im Garten heimischen Vögel zu werfen.

Meisen bevorzugen ein hängendes Futterangebot. Neben den typischen Meisenknödeln kommen für sie Futtersilos und Futtersäulen infrage. Hochwertige Modelle bieten den Vorteil, das Vogelfutter über einen längeren Zeitraum anbieten zu können. Das Auswaschen der Futtersäulen findet jeweils einmal vor und nach der Wintersaison statt.

Drosseln, Amseln sowie andere mittelgroße Vogelarten fressen bevorzugt in Bodennähe. Für sie eignet sich ein Vogelhaus in ausreichender Größe. Ein vor Wind, Regen und Schnee geschützter Standort verhindert, dass das darin angebotene Futter durchnässt oder vereist.

Siehe auch  Silberreiher

Die meisten Vogelarten nehmen gut überschaubare Futterplätze an. Befinden sich in unmittelbarer Nähe Versteckmöglichkeiten für Katzen und andere Raubtiere, fühlen die Vögel sich jedoch unsicher.

Das vermeiden Tierfreunde, indem sie das Vogelhaus ein bis zwei Meter von Büschen, Sträuchern und Bäumen entfernt platzieren. Als geschützte Standorte bieten sich trockene und halbschattige Orte an, die für Vogel und Mensch leicht zu erreichen sind.

Sicherheit der Vögel bei der Standortwahl beachten

Als zusätzlichen Schutz stellen Vogelfreunde das Futterhaus auf einen Pfahl. Eine Höhe von 150 Zentimetern bietet den Gartenvögeln einen guten Rundumblick. Eine am Pfahl angebrachte Manschette verhindert, dass Katzen, Marder oder Ratten in das Vogelhaus klettern. Ohne den Kletterschutz besteht die Gefahr, dass diese sich am Futter oder gar an den Vögeln bedienen.

Befinden sich in der Nähe des Vogelhauses Fenster- und andere Glasflächen, stellen diese ein Sicherheitsrisiko für Vögel dar. Vogelschutzmarkierungen verhindern, dass die Tiere gegen die spiegelnden Oberflächen fliegen und sich verletzen oder sterben.

Vögel auch ganzjährig füttern?

Ob Gartenvögel auch im Sommer eine Futtergabe brauchen, darüber sind sich Tierfreunde uneins. Die Vogelvielfalt ganzjährig im Garten zu beobachten, macht Vogelfans glücklich. Einen wirklichen Beitrag zum Vogelschutz leistet die Ganzjahresfütterung allerdings nicht.

Der Naturschutzbund NABU berichtet von 10 bis 15 Vogelarten, die eine Fütterung im Garten erreicht, darunter vornehmlich Finken und Meisen. Diese profitieren in freier Natur von Frühling bis Herbst von einem soliden Futterangebot, sodass sie die Zufütterung nicht brauchen.

Stattdessen besteht die Gefahr, durch die ganzjährige Futtergabe in das biologische Gleichgewicht einzugreifen. Tummeln sich durch die Sommerfütterung viele Vogelarten am Futterhaus, erhöht sich das Risiko, dass sich Krankheitserreger verbreiten.

Siehe auch  Blässhuhn

Das belegt eine zwischen 2011 und 2014 in den USA durchgeführte Studie. Gleichzeitig kommt sie jedoch zu dem Ergebnis, dass bei der Ganzjahresfütterung die Vorteile überwiegen. Die Vögel, die Zusatzfutter bekamen, profitierten im Vergleich zu jenen ohne die Futtergabe von einem insgesamt besseren Gesundheitszustand. Der Grund, den die Forscher vermuteten: Futterstress entfiel.

Eine eindeutige Antwort, ob Tierfreunde Vögel im Winter und im Sommer füttern sollten, existiert nicht. Entscheiden sie sich dafür, spielt bei der Ganzjahresfütterung die Hygiene eine wichtige Rolle. Indem Vogelfreunde die Wasser- und Futterstellen regelmäßig reinigen, beugen sie der Keimverbreitung vor.

Fazit

Um Vögel im Winter in den Garten zu locken, eignen sich Futterspender, darunter Futtersäulen und das klassische Vogelhaus. Trockene und wettergeschützte Standorte verhindern, dass das angebotene Futter Feuchtigkeit zieht und vereist oder verdirbt. Bei der Wahl des richtigen Vogelfutters kommt es darauf an, welche Standvögel auf das Grundstück flattern.

 

Foto: ©Linas T / stock adobe

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

BerufungTier.de -Tierblog
Logo