Ausbildung zum Zoowärter – Voraussetzungen & Ablauf

Ein Zoowärter, heutzutage eher Tierpfleger genannt, ist eine Person, die Zootiere versorgt. Er ist in der Regel für die Fütterung und tägliche Pflege der Tiere verantwortlich.

Zu den Aufgaben gehören auch die Reinigung der Gehege und die Überwachung der Gesundheit der Zootiere. Tierpfleger können zudem an der wissenschaftlichen Forschung und der Aufklärung der Öffentlichkeit beteiligt sein – z. B. durch Führungen und die Beantwortung von Fragen der Zoobesucher.

Der Beruf Tierpfleger – Aufgaben im Detail

Zu den Aufgaben eines Tierpflegers gehören in der Regel die Fütterung, Pflege und Reinigung der Tiere, die Zubereitung des Futters, die Verhaltensbeobachtung, das Führen von Aufzeichnungen, die Pflege der Gehege und der Umgebung für die ihm anvertrauten Tiere.

Einige Tierpfleger führen auch Verhaltens- oder Fortpflanzungsforschungen an einer Tierart durch und beteiligen sich an der Aufklärung der Öffentlichkeit durch Vorträge, Programme oder Shows. Von ihnen wird erwartet, dass sie die Gehege täglich reinigen. Sie achten auf Anzeichen von Verletzungen oder Krankheiten bei den Tieren, und im Falle einer Krankheit oder Verletzung ist der Tierpfleger dafür verantwortlich, einen Tierarzt zu kontaktieren, ähnlich eines Pflegefachmanns bzw. einer Pflegefachfrau in der Humanmedizin. Teilweise assistieren Tierpfleger auch einem Tierarzt.

Manche Zoowärter bzw. Tierpfleger trainieren die Tiere, um ihnen die Pflege zu erleichtern. So kann ein Tierpfleger beispielsweise einem Elefanten beibringen, seine Füße anzuheben, damit der Tierarzt sie leichter untersuchen kann.

Einige Tierpfleger sind dafür zuständig, das Publikum in einer Ausstellung oder Präsentation über bestimmte Tierarten und ihre Verhaltensmerkmale zu informieren. Sie berichten auch über Erfahrungen mit dem Tier und beantworten Fragen. Der Tierpfleger ist auch dafür verantwortlich, die Besucher darüber zu belehren, wie sie sich gegenüber den ausgestellten Tieren verantwortungsvoll verhalten sollen.

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Tierpfleger für Tiergruppen zuständig

Je nach Struktur des Zoos können Tierpfleger für eine große Gruppe von Tieren – Säugetiere, Vögel oder Reptilien – oder für eine begrenzte Gruppe von Tieren wie Primaten, Großkatzen oder kleine Säugetiere zuständig sein. Traditionell waren die lebenden Exponate oft nach Taxonomie geordnet, was zu Gruppen von Raubtierkäfigen, Vogelvolieren, Primatenexponaten usw. führte.

Diese wiederum wurde in einzelne Abteilungen innerhalb der Zoos weitergeführt. Jede Abteilung wird von spezialisiertem Personal betreut. Tierpfleger können sich spezialisieren, z. B. auf eine bestimmte Tiergruppe wie Vögel, Menschenaffen, Elefanten oder Reptilien.

Moderne Lebensraumausstellungen versuchen, eine Vielfalt von Arten verschiedener Tierklassen in einem Gehege zu zeigen, um Ökosystemkonzepte darzustellen. Gruppen von Gehegen sind nach Themen gegliedert, die sich zum Beispiel auf die Zoogeographie und die bioklimatischen Zonen beziehen, anstatt auf die Taxonomie.

Die Verlagerung der Ausstellungsgestaltung verändert auch den Arbeitsbereich der Tierpfleger, da sie zu Lebensraumpflegern werden, die über die notwendigen Kenntnisse in der Pflege des Lebensumfelds verfügen – einschließlich der Landschaftspflege, der Pflanzenpflege, der Klimakontrolle und des erweiterten Wissens über die Haltung von Tieren für die Arten in allen taxonomischen Klassen.

Welche Voraussetzungen benötige ich, um Tierpfleger zu werden?

Die Ausbildungsanforderungen für den Einstieg in den Zoobereich sind unterschiedlich. Teilweise kann eine diesbezügliche Berufsausbildung direkt im betreffenden Zoo absolviert werden, zum Teil wird aber auch ein bereits erfolgter Abschluss in Zoologie, Biologie, Wildtiermanagement, Tierwissenschaften oder einem anderen tierbezogenen Bereich verlangt.

Einige Hochschulen bieten Programme an, die auf eine Karriere in Zoos ausgerichtet sind. Ein beruflicher Aufstieg ist ebenfalls möglich, aber begrenzter als in einigen anderen Berufen, die einen Hochschulabschluss erfordern. In anderen Einrichtungen müssen die Tierpfleger eine vollständige handwerkliche Ausbildung absolviert haben, bevor sie eine spezielle Ausbildung für ihre Aufgabe als Tierpfleger erhalten.

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In vielen europäischen Ländern müssen Personen, die Wildtiere halten oder betreuen wollen, eine Lizenz erwerben. Diese Lizenz wird nur erteilt, wenn sie ausreichende Kenntnisse und praktische Fähigkeiten nachweisen können (Sachkundenachweis). Allerdings handelt es sich bei den zahlreichen Zoos zum Teil immer noch um private Amateureinrichtungen, denen es an gut ausgebildetem Personal mangelt.

Der Ablauf der Ausbildung

Viele Zoos forcieren neben einer Ausbildung auch die Einstellung von Personal, das bereits Erfahrung im Umgang mit Tieren hat. Es gibt eine Vielzahl von Praktika, die angehende Zoowärter sowohl während als auch nach der Ausbildung absolvieren können. Viele dieser Praktika können in einem örtlichen Zoo oder Aquarium absolviert werden. Andere Praktika werden von tierbezogenen Einrichtungen angeboten, z. B. in Tierkliniken, Tierheimen, Rehabilitationszentren für Wildtiere, Farmen und Ställe.

Die Ausbildung zum Tierpfleger findet i. d. R. dual statt. Dies bedeutet, dass der Auszubildende sowohl im Ausbildungsbetrieb in Vollzeit arbeitet (also im Zoo, in einem Tierheim oder an einem Forschungsinstitut), gleichzeitig aber auch in der Berufsschule die theoretischen Hintergründe erlernt und dort entsprechende Prüfungen ablegt.

Die Ausbildung zum Tierpfleger kann mit verschiedenen Schwerpunkten kombiniert werden, zum Beispiel im Bereich Forschung und Klinik, in der Zootierpflege oder im Fachgebiet Tierheim- und Pensionstierpflege.

Fazit

Jeder von uns ist froh, wenn es den Tieren im Zoo oder in Tierparks und Wildgehegen gut geht und sie umfassend versorgt werden. Dazu benötigt es Spezialisten, die die Tierarten und ihre individuellen Bedürfnisse perfekt kennen.

Ein solcher Spezialist ist der Tierpfleger, früher auch Zoowärter genannt. Diese hat einen hochspezialisierten Beruf, der viel Freude bereitet. Trotzdem suchen viele Zoos händeringend nach Tierpflegern bzw. Auszubildenden, die diesen Beruf erlernen möchten. Eine echte Chance für junge Menschen!

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Foto: linux87 via Envato

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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