Hamsterhaltung – so wird sie artgerecht

Hamster brauchen viel Platz, haben aber noch weitere, besondere Bedürfnisse an die Hamsterhaltung. 5 Grundvoraussetzungen für artgerechtes Halten von Hamstern.

Hamsterhaltung

Hamster sind Einzelgänger – ohne Ausnahme

Hamster sind absolute Einzegänger. In der Natur leben sie ein Eigenbrötlerleben und suchen nur während der Paarungszeit die Nähe zu Artgenossen. Das gilt für alle Hamsterarten – sowohl für Gold- als auch für Zwerghamster. Mehrere Hamster zusammen zu halten ist deshalb niemals artgerecht.

Bei Goldhamstern hat man innerhalb kürzester Zeit nur noch einen Hamster übrig, denn sie dulden absolut keine Artgenossen in ihrer Nähe und bekämpfen sich bis zum Tod. Zwerghamster Doch auch Zwerghamster sind Einzelgänger, auch wenn es noch immer Menschen gibt, die etwas anderes behaupten.

Dsungarische Zwerghamster werden tatsächlich gern auch zu mehreren gehalten. Ein fataler Fehler, denn diese Hamster gehen rabiater miteinander um, als manch ein Halter denkt. Tagsüber scheint alles harmonisch zu sein und manchmal wird sich sogar ein Schlafhaus geteilt. Nachts aber geht die Post ab. Eine Weile geht es vielleicht noch gut, doch dann ist von einem Tag auf den anderen einer tot oder schwer verletzt.

Roborowski- und Campbellhamster sind machmal etwas verträglicher. Das ist aber sehr von der Zuchtlinie abhängig und nicht die Regel. Dennoch ist auch für sie die Gruppenhaltung reinster Stress und hat nichts mit artgerechter Hamsterhaltung zu tun. Ihr natürliches Verhalten wäre das Abwandern, um den Kontrahenten aus dem Weg zu gehen und sich ein neues Revier zu suchen. Doch das ist in einem Käfig nicht möglich.

Hamster brauchen sehr viel Platz

Von offizieller Seite wird für den Hamsterkäfig bzw. das Hamstergehege eine Mindestgröße von 100 x 50 cm (0,5qm) empfohlen. Das ist schon mehr als ein durchschnittlicher Hamsterkäfig im Handel bietet. Von artgerecht ist dies noch weit entfernt. Hamster haben in der Natur große Reviere, laufen nachts viele Kilometer umher und möchten das auch in ihrem Gehege ausleben können. Ein Hamsterrad ersetzt diesen Platz nicht. Die doppelte Maße sollte es schon haben.

Zusätzlich ist ein Laufrad sinnvoll, ohne Speichen und andere Verletzungsgefahren. Mindesten 25 bis 30 cm Durchmesser sollte es für einen Teddy- oder Goldhamster haben. Für Zwerghamster ist 20 cm das Mindestmaß.

Hamster brauchen mindestens drei Höhlen

Der Bau wildlebender Hamster hat mehrere Kammern. Auch bei der Hamsterhaltung kann man beobachten, dass Futterlager, Schlafplatz und Toilette getrennt voneinander sind. Das sollte auch das Mindestangebot sein – eine Schlafhäuschen, eine Speisekammer und eine Toilettenhöhle. Wer seinen Hamster liebt, nimmt dieses Bedürfnis ernst und zwingt ihn nicht, alles in seinem einzigen Schlafhaus zu erledigen. Zusätzlich benötigen sie eine Sandbademöglichkeit mit Chinchillasand.

Hamster werden manchmal stubenrein, denn sie suchen feste Kloecken auf. Eine kleine Ecke mit etwas Chinchillasand oder besser noch eine Höhle an genau dieser Stelle, können dazu führen, dass der Hamster wirklich stubenrein wird. Damit der Hamster es gleich versteht, kann anfangs etwas der verschmutzten Toilettenstreu hinein gegeben werden. Eine Garantie gibt es aber nie, denn es gibt genauso viele Hamster, die sogar beim Laufen im Laufrad urinieren.

Plastikröhren gehören in kein Hamsterheim

Plastikröhren sind nach den Hamsterkugeln die schlimmste Erfindung für unsere Hamster. Sauerstoffmangel und Schwitzwasser können zu Panik, aber genauso auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine Einstreutiefe von mindestens 30 cm macht den Hamster viel glücklicher.

Hamster stürzen ab – egal wie tief

Hamster haben große Probleme damit, Tiefen richtig einzuschätzen. So kann es passieren, dass sie sich einfach fallen lassen. Bei hohen Käfigen besteht daher Verletzungsgefahr. Das lässt sich mit versetzten Zwischenetagen vermeiden, die Stürze über 25 cm verhindern.

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