Hochsensibel und anfällig für Koliken – der Verdauungstrakt der Pferde

Rund 70 bis 80 Prozent aller Zellen, die Antikörper produzieren, liegen beim Pferd im Magen-Darm-Trakt. Das macht deutlich, wie wichtig die richtige Ernährung eines Pferdes für sein Immunsystem und das Wohlbefinden ist.

Die Ursache für Koliken ist deshalb häufig im falschen Futter zu finden. Pferde müssen permanent fressen, hauptsächlich Raufutter aus Heu von rohfaserreichen Gräsern, dazu Kräuter entsprechend der Jahreszeit. Je nach Bodenbeschaffenheit der Wiesen und Weiden ist die zusätzliche Gabe von Nährstoffen in Grundfuttermittel und hochwertiges Mineralfutter nötig.

Es gibt unterschiedliche Arten von Koliken

Pferde sind Dauerfresser, ihr Magen produziert fortgesetzt Magensäure – unabhängig davon, ob das Pferd gerade frisst oder nicht. Koliken sind deshalb keine Seltenheit. Sie werden meist durch falsches Futter ausgelöst und können schnell lebensbedrohlich werden.

Kolik bezeichnet dabei ganz allgemein Bauchschmerzen, deren Intensität von leicht bis heftig und chronisch reichen kann. Es gibt verschiedene Arten von Koliken. Bei der Verstopfung im Dickdarm zum Beispiel ist meist eine zu geringe Wasseraufnahme die Ursache. Verstopfungen im Dünndarm werden vornehmlich von falschem Futter, aber auch von Spulwürmern oder natürlichen Engpässen im Darm ausgelöst.

Schlecht gekautes Futter kann Krämpfe verursachen, blähendes Futter wie Rasenschnitt oder Brot Gaskoliken. Bleibt Sand über längere Zeit im Dickdarm liegen, kann es zu einer Sandkolik kommen. Weitere Ursachen für Koliken sind Darmdrehung, Darmverschluss, Darmeinklemmungen und Magenüberlastungen.

Woran erkennt man eine Kolik?

Je nach Schwere der Kolik treten ganz unterschiedliche Symptome auf. Wenn das Pferd unruhig wird, stark schwitzt, sich wiederholt hinlegt und wieder aufsteht, sollte der Pferdehalter an eine Kolik denken. Sichere Anzeichen für heftige Bauchschmerzen sind Futterverweigerung, eine verkrampfte Bauchmuskulatur und ein aufgeblähter Bauch.

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Bei schweren Koliken kommen noch gerötete Schleimhäute, stoßweise Atmung und ein erhöhter Puls hinzu. Bei leichten Koliken kann schon Bewegung für Linderung sorgen. Auf jeden Fall sollte der Tierarzt verständigt werden und das Pferd bis zu dessen Eintreffen weder Wasser noch Futter bekommen.

Eine scheinbare Verbesserung kann im Übrigen trügerisch sein. Die Schmerzen lassen auch nach, wenn der Darm seine Tätigkeit ganz eingestellt hat. Falsches Futter ist aber nicht nur für Koliken verantwortlich, auch die gefürchtete Hufrehe kann durch falsches Futter begünstigt werden.

Vorbeugen ist möglich

Den meisten Koliken kann man durch artgerechte und regelmäßige Fütterung vorbeugen. Rasche Futterwechsel, blähendes Futter und zu viel Kraftfutter sollte man vermeiden. Kraftfutter sollte über den Tag verteilt in mehreren kleinen Portionen angeboten werden, und es muss immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Die Erfahrung zeigt, dass auch fermentierter Kräuterextrakt positiv zu einer gesunden Darmflora beitragen kann. Die darin enthaltenen Effektiven Mikroorganismen (EM) sorgen für einen guten Geschmack des Futters. Durch die Aufnahme kann die Darmflora des Pferdes aktiviert und verbessert werden, um die Gefahr von Koliken zu reduzieren. Der fermentierte Kräuterextrakt wird direkt dem Futter beigegeben.

Foto: INimages via Twenty20

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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