Reitstiefel richtig pflegen

Wer es liebt zu reiten braucht – egal, ob er sich für eine gutmütige und freundliche Pferderasse entschieden hat oder nicht – selbstverständlich auch das passende Equipment.

Reitstiefel sind besonders wichtig, wenn es darum geht, das Pferd anzutreiben, Hilfen zu geben und sich sicher zu führen. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, um die unterschiedlichen Modelle miteinander zu vergleichen, stellt schnell fest, dass hochwertige Reitstiefel das Budget merklich belasten können.

Daher ist es umso wichtiger, sie richtig zu pflegen, um sie über einen möglichst langen Zeitraum nutzen zu können. Doch was bedeutet „richtig pflegen“ in diesem Zusammenhang eigentlich? Wie sollte man Reitstiefel reinigen und pflegen, damit sie im Idealfall über mehrere Jahre genutzt werden können? Die folgenden Abschnitte geben Antworten auf diese und weitere Fragen.

Fest steht jedoch schon jetzt: Auch wenn es sich bei modernen Reitstiefeln um robuste Accessoires handelt, bedeutet dies nicht, dass sie unverwundbar wären. Dementsprechend ist es wichtig, sich schon frühzeitig mit ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen, um sicherzustellen, dass einer langen Haltbarkeit nichts im Wege steht.

Reitstiefel reinigen & pflegen – Schritt für Schritt

Auch wenn der Umsatz der Lederindustrie im Vergleich zwischen den Jahren 2018 und 2022 zurückgegangen ist, steht außer Frage, dass es sich hierbei immer noch um ein beliebtes Material handelt. Die gute Nachricht zuerst: Es ist nicht schwer, Reitstiefel zu reinigen und zu pflegen. Alles, was es braucht, sind ein wenig Zeit, das nötige Hintergrundwissen und die richtigen Produkte. Die folgenden Abschnitte zeigen auf, welche Schritt für Schritt Anleitung als Basis genutzt werden kann.

Ein Detail, das in diesem Zusammenhang auch eine wichtige Rolle spielt, ist die Nachbehandlung. Diese sorgt für einen verlässlichen Abschluss und im Idealfall auch dafür, dass es neuer Schmutz vergleichsweise schwer hat, sich festzusetzen.

Reitstiefel reinigen

Klassische Reitstiefel bestehen bekanntermaßen aus Leder. Das bedeutet, dass grobe Verschmutzungen und/ oder Tierhaare entweder abgeklopft oder mit etwas lauwarmem Wasser und einem Schwamm abgewaschen werden können. Das Wasser eignet sich auch super dazu, um etwaige Schweißrückstände zu entfernen.

Siehe auch  Krankheit beim Haustier – Tipps & Infos

Bei besonders hartnäckigem Schmutz empfiehlt es sich, auf einschlägige Reiniger zurückzugreifen. Mittlerweile gibt es viele Hersteller, die sich auf die entsprechenden Artikel spezialisiert haben. Es existieren jedoch mitunter deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten.

Lederpflege vom Traditionshersteller eg-gu zum Beispiel zeichnet sich nach unserer Meinung durch ein überzeugendes Preis- Leistungsverhältnis und ein sauberes Ergebnis aus. Hier braucht es weder viel Reiniger noch viel Zeit, um dafür zu sorgen, dass die Stiefel optisch wieder überzeugen können. Dank der Inhaltsstoffe wird die Oberfläche nicht nur gereinigt, sondern auch gepflegt.

Reitstiefel Trocknen

Egal, ob mit oder ohne Reiniger: Nachdem Reitstiefel mit Flüssigkeit gesäubert wurden, ist es wichtig, dass sie ausreichend lange trocknen können. Am einfachsten gelingt dies bei Zimmertemperatur. Wer nicht allzu viel Zeit hat, um so lange zu warten, bis die Umgebungsluft die Feuchtigkeit aus dem Material verbannt hat, kann sich auch dazu entscheiden, etwas Zeitungspapier in die Stiefel zu stopfen.

Doch Vorsicht! Stiefel aus Leder sollten niemals auf der eingeschalteten Heizung oder in der prallen Sonne platziert werden. Sowohl UV Strahlen als auch Wärme können ansonsten dafür sorgen, dass das Leder Risse bekommt.

Reitstiefel pflegen

Der Stiefel ist getrocknet? Dann ist es nun an der Zeit, ihn abschließend noch einmal zu pflegen. Aber wie? Welches Mittel das richtige ist, ist vor allem von der jeweiligen Lederart abhängig.

Auf der Verpackung finden sich Hinweise darauf, für welches Leder das Pflegeprodukt geeignet ist. Vor allem die Pflege von glattem Leder gilt als vergleichsweise unkompliziert. Die Oberfläche wird in diesem Fall einfach eingecremt. Sollte es sich allerdings von Haus aus um gewachstes Leder handeln, ist es wichtig, dieses noch nachzuwachsen. Somit ist es in der Regel möglich, die Beschaffenheit und den Glanz noch weiter zu erhalten.

Siehe auch  Hochsensibel und anfällig für Koliken – der Verdauungstrakt der Pferde

Die Nachbehandlung

Auch mit Hilfe der richtigen Nachbehandlung ist es oft möglich, die Haltbarkeit und die Stabilität von Reitstiefeln zu unterstützen. Am besten ist es, in regelmäßigen Abständen eine Nachimprägnierung durchzuführen. Auf diese Weise gelingt es oft, die wasserabweisenden Eigenschaften der Reitstiefel zu erhalten. Und: Auch Schmutz hat es schwerer, sich hier festzusetzen, wenn das Leder immer wieder imprägniert wird.

Doch Vorsicht! Auch bei den Produkten, die für die Nachbehandlung eingesetzt werden, gibt es immer wieder deutliche Unterschiede. Dementsprechend ist es wichtig, sich für ein Mittel zu entscheiden, das exakt an die Bedürfnisse des Leders angepasst wurde.

Wie oft sollten Reitstiefel gepflegt werden?

Hier gibt es keine feste Regel. Denn: Wie oft Reitstiefel gepflegt werden sollten ist unter anderem von:

  • der Empfindlichkeit des jeweiligen Materials
  • der Häufigkeit der Einsätze
  • dem eigenen Anspruch

abhängig. Als Faustregel gilt: Je öfter und je intensiver die Reitstiefel genutzt werden, desto häufiger sollten sie auch gepflegt werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Haltbarkeit bestmöglich zu unterstützen. Oder anders: Wer in einem Beruf mit Tieren bzw. mit Pferden arbeitet, muss seine Reitstiefel wahrscheinlich öfter reinigen als jemand, der einmal in der Woche am Reitunterricht teilnimmt

Grobe Verschmutzungen sollten mindestens nach jeder Nutzung abgeklopft bzw. abgewaschen werden. Wer hier regelmäßig am Ball bleibt, erspart sich meist lange Reinigungsintervalle. Vor allem dann, wenn sich nach einem Tag auf der Koppel viel Staub und Sand auf den Stiefeln abgesetzt hat, erfordert es nicht viel Zeit, diesen zu entfernen. Doch Vorsicht! Pferde sollten Sand nicht in zu großen Mengen fressen.

Reitstiefel reinigen – Welche No Go‘s gibt es?

Die Tatsache, dass es sich bei Leder um vergleichsweise stabiles Material handelt, bedeutet nicht, dass es nicht wichtig wäre, zumindest etwas Feingefühl walten zu lassen. Aber was bedeutet dies im Zusammenhang mit der Reinigung von Reitstiefeln? Die folgenden Pflegetipps helfen weiter.

  1. Viele handeln es als eine Art Geheimtipp, es ist jedoch absolut nicht zu empfehlen. Fett ist nicht dazu geeignet, die Oberfläche von Leder zu pflegen. Dieser Haushaltstipp, der früher noch unter Reitern weitergegeben wurde, gilt mittlerweile klar als überholt. Weitaus besser ist es, sich für Pflegeprodukte zu entscheiden, die optimal auf das jeweilige Leder abgestimmt wurden.
  2. Gleichzeitig sollten Reitstiefel nicht mithilfe von anderen Pflegeprodukten, die beispielsweise für den Sattel genutzt werden, bearbeitet werden.
  3. Wer zu harte Bürsten nutzt, um Schmutz zu entfernen, bemerkt schnell, dass die Borsten dazu in der Lage sind, unschöne Kratzer zu hinterlassen. Es hat definitiv seinen Grund, weshalb es spezielle Lederbürsten gibt, die extra an die Bedürfnisse dieser Oberfläche angepasst wurden.
  4. Zu guter Letzt ist es wichtig, sich für die Pflege seiner Reitstiefel ausreichend Zeit zu nehmen. Nur dann, wenn ein Schritt nach dem anderen ausgeführt wird und genug Zeit zum Trocknen zur Verfügung steht, ist es möglich, ein optimales Endergebnis zu erzielen. Zudem gilt es, die Angaben der Hersteller der Pflegeprodukte zu Einwirkzeit & Co. zu beachten. Diese lassen sich ganz bequem der jeweiligen Anleitung entnehmen.
Siehe auch  Pferd frisst Erde & Sand – was tun?

Fazit

Damit Stiefel einem Reiter über einen möglichst langen Zeitraum genau das bieten können, was dieser von ihnen erwartet, ist es wichtig, auf eine umfangreiche Reinigung und Pflege zu setzen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, die dabei helfen können, den Alltag rund um dieses spannende Hobby zu erleichtern.

Die gute Nachricht ist, dass es meist weder viel Zeit noch viel Mühe braucht, um Reitstiefel von Schmutz zu befreien. Trotz der vergleichsweise robusten Oberfläche des Leders ist es wichtig, keine Kompromisse einzugehen. Das bedeutet: Nur die Pflegeartikel, die optimal auf die Beschaffenheit des jeweiligen Materials abgestimmt wurden, sind dazu in der Lage, die Oberfläche so zu pflegen, dass die Basis für eine lange Haltbarkeit geschaffen wird.

Foto: © 24K-Production /stock adobe

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

BerufungTier.de -Tierblog
Logo