Ein Pferd und seine Kosten: Was kostet der Unterhalt im Monat?

Den Traum, auf einem Pferd zu reiten und sich um das Tier zu kümmern, hegen Jungen und viele Mädchen bereits im Kindesalter. Damit sich dieser Wunsch erfüllen kann, finden Eltern heraus, wie hoch bei einem Pferd die Kosten im Monat sind. Einen Überblick über die Fixkosten bei der Pferdehaltung und mögliche Zusatzkosten gibt der folgende Ratgeber.

Was kostet ein Pferd im Monat?

Personen, die sich mit Tierhaltung beschäftigen, wissen, dass ein Pferd Kosten verursacht. Diese fallen deutlich höher aus als bei der Kleintierhaltung. Dennoch ergaben Hochrechnungen im Rahmen einer 2019 veröffentlichten IPSOS-Studie, dass sich in Deutschland rund 1,25 Millionen Pferde in Privatbesitz befinden.

Bevor sich Pferdefans ein eigenes Reittier zuzulegen, werfen sie einen Blick auf die einmaligen und monatlichen Kosten. Erstere entstehen durch den Kauf des Pferdes. Wie viel dieses kostet, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter
  • Rasse
  • Abstammung
  • Ausbildungsstand

Für ein eingerittenes Tier für den Freizeitpferdesport bezahlen Käufer zwischen mehreren hundert und bis zu 5.000 Euro. Bei potenziellen Turnierpferden erhöhen sich die Kosten auf 8.000 bis 25.000 Euro. Einen Überblick über die zu erwartenden Anschaffungskosten können sich Pferdefans in einem Reitforum verschaffen.

Wie hoch sind die Unterstellkosten?

Neben dem Anschaffungspreis verursacht ein Pferd Kosten, die jeden Monat anfallen. Dazu gehört die Stallmiete. Deren Höhe hängt von Haltungsform und Leistungsangebot an. Bei Offenstallhaltung oder einem Selbstversorgerstall liegt der Monatspreis bei 300 Euro im Durchschnitt. Die Stallmiete in Vollpension kostet zwischen 400 und 600 Euro.

Welche Futterkosten fallen für ein Pferd an?

Bei der Haltung eines Haustiers fließt ein großer Teil der monatlichen Kosten ins Futter. Im Schnitt frisst ein Pferd zwischen drei und sechs Kilogramm Kraftfutter täglich. Die Preise dafür betragen zwischen 0,50 und zwei Euro pro Kilogramm.

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Entscheiden sich die Pferdebesitzer für die teure Variante – Mash oder Sportmüsli – belaufen sich die Futterkosten pro Tag auf bis zu zwölf Euro. Das entspricht Monatskosten von bis zu 360 Euro.

Zudem planen Tierhalter jeweils zehn Euro monatlich für Zusatzfutter sowie Obst- und Gemüseleckerlies ein.

Wie hoch sind beim Pferd die Kosten für die Versicherung?

Zu den notwendigen Versicherungen bei der Pferdehaltung gehört die Pferdehaftpflichtversicherung. Sie kostet zwischen 60 und 80 Euro im Jahr. Vorzugsweise achten die Versicherungsnehmer auf eine hohe Deckungssumme und den Verzicht auf die Selbstbeteiligung.

TIPP 1: Eine Pferde-OP-Versicherung übernimmt im Ernstfall hohe Kosten für notwendige Eingriffe. Die Tarife reichen abhängig vom Leistungsangebot von sieben bis über 40 € im Monat.

Ein Überblick über die Kosten für Tierarzt, Hufschmied und Co.

Ein weiterer Kostenpunkt ist bei einem Pferd der Hufschmied. Damit die Hufe gesund bleiben, empfiehlt sich alle sechs bis acht Wochen das Ausschneiden oder Beschlagen. Ersteres kostet 30 bis 50 Euro. Für einen neuen Hufeisenbeschlag bezahlen die Käufer zwischen 80 und 150 Euro.

Daneben ergibt es Sinn, sich über die Tierarztkosten bei der Pferdehaltung zu informieren:

Behandlung Kosten im Jahr
Impfungen 150 &€;
Zahnkontrolle 150 bis 200 &€;
Entwurmung 60 bis 100 &€;

Neben den planbaren Tierarztkosten können bei Erkrankungen und Verletzungen Zusatzkosten anfallen. Um sich für diese zu wappnen, legen Pferdebesitzer einen monatlichen „Notgroschen“ in Höhe von 50 Euro zurück.

TIPP 2: Treten Amateurreiter mit ihren Pferden bei Turnieren an, entstehen weitere Kosten. Neben dem Nenngeld – dem Startgeld für die Teilnahme – fallen Fahrt- und Unterstellkosten in diese Kategorie. Im Durchschnitt betragen die Monatskosten 80 €.
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Das Pferd und die Kosten für Zubehör

Rund 30.000 Jahre vor Christus begann der Mensch, Pferde als Haustiere zu halten. Zunächst dienten die Tiere als Fleischlieferanten. Bis zu ihrer Nutzung als Reittiere dauerte es bis 3.500 vor Christus.

Wann die ersten Reitervölker begannen, Reitzubehör herzustellen, ist nicht belegt. Inzwischen bietet der Handel zahlreiche Reitutensilien an. Welche Ausrüstung bei der Pferdehaltung zum Einsatz kommt, hängt vornehmlich von der Art des Reitsports ab. Die Grundausstattung besteht aus:

  • Sattel
  • Satteldecken
  • Sattelgurt
  • Longe
  • Halfter und Strick
  • Trense
  • Putzzeug
  • Stallapotheke

Im Schnitt betragen die einmaligen Anschaffungskosten der Ausrüstung zwischen 3.000 und 7.000 Euro.

Wie viel bezahlen Pferdebesitzer für Reitzubehör?

Zwar fallen bei einem Pferd die Kosten für das Reitzubehör einmalig an, jedoch unterliegt die Ausstattung dem Verschleiß. Für den nötigen Ersatz defekten Zubehörs sowie anderer Neuanschaffungen planen Pferdebesitzer rund 300 € im Jahr ein.

Wie viel kostet der Anhänger für ein Pferd?

Nehmen Reiter und Pferd an Turnieren teil, kommt für den Pferdetransport ein Pferdeanhänger zum Einsatz. Die klassischen Modelle, in denen bis zu zwei der Tiere Platz finden, kosten modellabhängig zwischen 6.000 und 20.000 Euro.

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten entscheiden sich viele Pferdebesitzer gegen einen eigenen Anhänger. Sie nutzen stattdessen Mietangebote. Die Tagesmiete für den Pferdeanhänger kostet im Schnitt zwischen 60 und 100 Euro. Dabei nehmen Standort, Größe und Marke auf die Preisgestaltung Einfluss.

Fazit

Neben Anschaffung und Grundausstattung verursacht ein Pferd Kosten im Monat. Für Stallmiete, Futter und Versicherung bezahlen Pferdebesitzer bis zu 1.025 Euro monatlich. Dazu gesellen sich die Kosten für Hufschmied und Tierarzt, die – heruntergerechnet auf einen Monat – knapp 160 Euro betragen. Zusammen mit der „Neuanschaffungspauschale“ ergeben sich daraus monatliche Gesamtkosten von rund 1.200 Euro.

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Foto: ©Jennifer Beecher / stock adobe

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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