Kinderliebe Hunde – Die besten Hunderassen für Kinder

Kinderliebe Hunde sind eine Bereicherung für die ganze Familie. Foto heather_lee_wilson via Twenty20

Kinderliebe Hunde zeichnen sich durch hohe Toleranz gegen Unruhe, aus ihrer Sicht fehlerhafte Körpersprache und kindliche Turbulenz aus. Sie sind von den Erwachsenen gut erzogen und werden mit solchen Charaktereigenschaften der beste Freund der Kinder bis in deren Erwachsenenleben.

Einige Hunderassen sind speziell auf diese familientauglichen Eigenschaften gezüchtet. Doch auch Mischlinge mit solch sanftem Gemüt bereichern mit ihrem Charme das Zusammenleben.

Eigenschaften, die kinderliebe Hunde aller geeigneten Hunderassen auszeichnen

Anders als Hundewelpen erleben Kinder ihren vierbeinigen Gefährten beinahe wie ein lebendiges Spielzeug. Natürlich ist es die Aufgabe der Eltern, den Unterschied zwischen Haustier und Spielzeug deutlich klarzumachen. Dennoch sind kritische Situationen im Übermut möglich.

Jetzt ist es am Hund, sich als tolerant und geduldig zu erweisen. Insgesamt sollten Hunde für ein Menschenrudel mit Kindern diese Charaktereigenschaften mitbringen:

  • Zuverlässige Unterordnung unter alle Familienmitglieder. Das bedeutet, dass der Hund Gehorsam gegen jedermann befolgt – egal ob Erwachsene oder Kinder.
  • Hohe Hemmschwelle bei der Reizbarkeit. Das bedeutet, dass er mit Fehlverhalten der Kinder nachsichtig ist, ohne zu schnappen oder gar zu beißen. Warnendes Knurren ist erlaubt und eine wichtige Lernhilfe der Körpersprache für Kinder in der Familie.
  • Affinität zu Kindern. Bestenfalls ist der Hund regelrecht in die Kinder vernarrt und folgt ihnen auf Schritt und Tritt.
  • Hohe Toleranz gegen einen unregelmäßigen Tagesablauf. In einer Familie mit Kindern sind Spaziergänge pünktlich nach der Uhr nicht möglich. Der Hund muss lernen, auch längere Ruhephasen geduldig auszuhalten.
  • Beschützerinstinkt ja, aber … ein Hund wird sein Rudel notfalls mit Leib und Leben verteidigen. Jedoch sollte sein Beschützerinstinkt nicht so groß sein, dass er „seine“ Kinder gegen Besucher und Passanten verteidigt.
  • Lernbegeisterung. Jeder Hund liebt das Lernen. In einer Familie muss er sich täglich an neue Situationen anpassen, am besten durch eine rasche Auffassungsgabe und schnelle Umsetzung.
  • Anhänglich. Manche Hunde werden beim Streicheln schnell ungeduldig. Ein kinderlieber Hund lässt sich gerne ausgiebig kraulen, kämmen und liebkosen.

Bei der Auswahl des Hundes sollte auch die Felllänge eine Rolle spielen. Langhaarige Rassen wie der Golden Retriever verlangen intensive Haarpflege. Auch der Aufwand für das Wegputzen von Fell aus der Wohnung muss vor der Anschaffung besprochen und berücksichtigt werden, wie dieser Artikel zum Thema Haustiere für Familien erklärt.

Geeignete Hunderasse Nr. 1: Golden Retriever

Der Golden Retriever strahlt Selbstbewusstsein aus. Beobachter würden ihm Gleichmut nachsagen. Aber die ruhige Ausstrahlung ist ein Zeichen dafür, dass sich diese Hunderasse ihrer Kraft und Größe bewusst ist.

Jedoch würde ein Golden Retriever diese Eigenschaften niemals gegen einen Menschen einsetzen. Vielmehr versteht er sich als gutmütiges Familienmitglied.

Mit kreischenden Kinderstimmen, hektischem Gewusel um ihn herum und mancher falsch ausgeführten Kuschelei geht er geduldig um. Voraussetzung für dieses kinderliebe Verhalten ist eine gute Sozialisierung im Welpenalter. Auch sollten Kinder zusammen mit dem Hund erzogen werden – beispielsweise, indem sie bei den Stunden in der Welpenschule bzw. der Hundeschule immer mit dabei sind.

Geeignete Hunderasse Nr. 2: Malteser

In seinem Schmusebedürfnis ist der Malteser wohl das einzige Kuscheltier, das seine Streicheleinheiten von Kindern regelrecht einfordert. Auch gegen ein Übermaß an Kraulen und Knuddeln hat der kleine Familienhund nichts einzuwenden. So eng seine Beziehung zur Familie auch ist – im Umgang mit Fremden sollte seine Zurückhaltung respektiert oder ihm Vertrauen in regelmäßige Besucher antrainiert werden.

Kinder werden das verspielte Wesen des tierischen Gefährten schätzen und vor allem mit seiner typisch neugierigen Kopfhaltung jede Menge Spaß haben. Doch auch hier gilt: Nur durch gute Sozialisierung gegenüber Artgenossen und Menschen können seine goldenen Wesenszüge zur Geltung kommen.

Übrigens sollte der Lerneifer dieses hübschen und aktiven Begleiters täglich spielerisch herausgefordert werden. Denn Unterforderung kann ihn schnell mürrisch werden lassen, was möglicherweise abweisendes Verhalten verursacht.

Geeignete Hunderasse Nr. 3: Beagle

Eigentlich ist der Beagle dazu gezüchtet, in der Meute die Jagd zu begleiten. Er verfügt über ausgesprochen feine Sinne (Hören, Riechen). In der Familie zeichnen ihn Anhänglichkeit, Unempfindlichkeit gegen Turbulenzen und unbedingte Unterordnung aus.

Das alles bleibt lebenslang erhalten, wenn der vierbeinige Ausdauer-Läufer kräftig beschäftigt wird, am besten pausenlos. Kinder mit der richtigen Erziehung sind dafür die idealen Spielgefährten. Bezaubernd ist die Körpersprache des Beagles, wenn ihm langweilig ist.

Dann macht er dies lautstark (was man über diese Hunderasse wissen sollte) und mit intensiver Körpersprache bemerkbar. Gut für seine Auslastung eignen sich Such- und Riechspiele, beispielsweise versteckte Leckereien, Fährtenlesen im Garten oder scheinbar unerreichbare Labyrinth-Spiele.

Eine Welpenschule ist ein guter Lernstart, um den Beagle zum kinderlieben, familientreuen Hund zu erziehen. Es sollte aber lebenslang in sein Charaktertraining investiert werden, um seinen Jagdinstinkt zu zügeln und bestenfalls umzukonditionieren.

Hundename finden: Kinder sollen mitentscheiden

Kinder würden wahrscheinlich Hundenamen wählen, die sie von anderen Hunden oder aus ihren Lieblingsserien kennen. Jedoch spielt der Hundename eine wichtige Rolle bei der akustischen Interaktion. Hunde reagieren aktiv auf helle Laute, beruhigt auf dunkle Laute.

Dunkel sind beispielsweise o und u, hell eher a, e und i. Auch ist ein kurzer Name besser als ein ellenlanges Rufen mehrsilbiger Ansprachen. Gute Beispiele findet man auf dieser Hundenamen Liste.

Hunde lernen leichter mit wenigen Silben. Unser menschliches „Gebrabbel“ können sie oft nicht zuordnen. Einen kurzen Namen dagegen verstehen sie sofort als Aufforderung, wenn es auch nur die zum Schmusen oder Vorbeischauen ist. Der Hundename bleibt lebenslang gleich.

Deshalb sollte er nicht spontan nach Lust und Laune ausgesucht werden. Vielmehr ist es o.k., wenn der Welpe oder erwachsene Familienzugang erst einmal für ein paar Tage namenlos bleibt. Oft ergibt sich aus komischem Verhalten oder bestimmten Vorlieben automatisch ein passender Hundename.

Dieser sollte ab Vergabe von den Kindern häufiger als von den Erwachsenen ausgesprochen werden. Denn mit der hellen Kinderstimme klingen Jessy, Nero oder Sam anders als beim Ausrufen durch die tiefere, ältere Erwachsenenstimme.

Kinder Verantwortung übernehmen lassen

Kinderliebe Hunde haben ebenso Bedürfnisse wie Kinder. Viel Fürsorge für den Hund können jüngere Kinder noch nicht selbst leisten. Aber sie können beim Füttern helfen, die Fellpflege mit Bürstenhandschuh oder Bürste zeitweise übernehmen und bei den Spaziergängen durchaus schon die Leine halten.

Sie sollten auch frühzeitig lernen, dass die unangenehmen Geschäfte der Hunde weggeräumt werden. Ein Kotbeutel gehört nun einmal auch im Sinne anderer Menschen in die Tagesausrüstung aller Hundebesitzer. Besuche beim Tierarzt dürfen die Kinder begleiten.

Ab einem gewissen Alter sollten sie sogar als einzige Begleitperson beim Untersuchungstisch anwesend sein. So lernen Sie erstens, dass ein Hund kein Spielzeug ist, und zweitens, wie sie selbst als Erwachsene fürsorglich mit einem Haustier umgehen.

Hundeerziehung nicht vernachlässigen

Der Idealfall ist ein Hundewelpe vom Züchter, noch unerfahren und frisch in der Familie. Einer der ersten Gänge neben dem zum Tierarzt führt unbedingt zu einer Welpenschule.

Hier werden nicht nur Grundkommandos gelehrt. Eine Welpenschule fördert auch die Sozialisierung der Junghunde gegenüber Artgenossen. Spätestens in der Pubertät zwischen dem neunten und achtzehnten Lebensmonat sollte an das Welpentraining ein Kurs in der Hundeschule folgen.

Der Hund lernt dabei wichtige Verhaltensregeln, der Mensch den gemütlichen und entspannten Umgang mit seinem Familienmitglied. Hilfreiche Tipps findet man in diesem Artikel vom Tierschutzbund.

Fazit
Kinderliebe Hunde sind eine Bereicherung in der Familie. Kinder lernen an ihrer Seite Verantwortung zu übernehmen und die Signale ihres vierbeinigen Gefährten richtig zu verstehen. Hunde in einem solchen Rudel sollten gut erzogen werden, damit sie sich gut sozialisiert gegenüber Artgenossen und Menschen verhalten.

Foto: heather_lee_wilson via Twenty20

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