Farbmäuse artgerecht halten – Was ist zu beachten?

Farbmäuse sind neugierig, putzig anzusehen und unter Mäuseliebhabern gefragt. Um sie artgerecht zu halten, bedarf es an Wissen über ihr Verhalten, ihre Charaktereigenschaften und über ihre Bedürfnisse.

Dieser Ratgeber gibt einen groben Überblick und ist all denjenigen eine Unterstützung, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Farbmaus zu kaufen. Diese sollte als geselliges Tier jedoch nicht allein bleiben. Eine Anlaufstelle für den Kauf ist ein vertrauenswürdiger Farbmaus-Züchter.

Steckbrief der Farbmaus

Verbreitung weltweit
Ursprung Asien (Indien)
Abstammung gezüchtete Variante der Hausmaus
Klasse Säugetiere
lateinischer Name Mus musculus f. domestica
Lebenserwartung 1,5 bis 2,5 Jahre
Sehvermögen – räumliches Sehvermögen fehlt
– nimmt ultraviolettes Licht wahr
– erkennt Farben im roten und gelben Spektralbereich
Gleichgewichtssinn sehr gut
Tastsinn nimmt mit Vibrissen (Tasthaaren) ihre Umgebung wahr
Geruchssinn sehr gut
Gehör sehr gut
Verständigung im Ultraschallbereich
Zuchtreife ab einem Alter von 9 bis 12 Wochen
Körpergröße 8 bis 11 cm zuzüglich 8 bis 10 cm Schwanzlänge
Gewicht 25 bis 60 g
Zehen – vordere Füße: je 4 Zehen + 1 Zehe ansatzweise
– Hinterfüße je 5 Zehen
Zähne – 4 nachwachsende Vorderzähne
– 12 nicht nachwachsende Backenzähne
– Zahnschmelzauflage: stark, von gelblich-oranger Farbe
Fellfarben unzählige Farbvarianten

 

Die Farbmaus ist kein Kuscheltier

Kinder und deren Eltern mögen oft unterschiedliche Haustiere. Ergänzen bereits Hund oder Katze die Familie, ist das kein Ausschlusskriterium dafür, dass sich Sohn oder Tochter nicht doch eine „süße kleine Maus“ wünscht.

Von der gleichzeitigen Haltung dieser Haustiere ist abzuraten – es sei denn, die Familie setzt strenge Sicherheitsvorkehrungen um, wie etwa ein ausbruchsicheres Gehege mit einer speziellen Vergitterung. Selbst das reicht meist nicht aus. Ein kleiner unaufmerksamer Moment – und tot ist die Maus.

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Zudem sollte das Kind alt genug sein, um zu begreifen, dass eine Farbmaus kein Tier zum Kuscheln ist. Ihr Körper ist zu empfindlich für Kinderhände. Das Interesse des Kindes – oder besser des Jugendlichen – besteht daher vorzugsweise im Beobachten der Tiere. Dennoch: Gleich wie alt Sohn oder Tochter ist – Eltern haben stets die Verantwortung für das Wohl der Farbmäuse.

Welches Verhalten zeigt die Farbmaus?

Um die Farbmaus als Beobachtungstier artgerecht zu halten, sollten sich kaufwillige Tierfreunde vor der Anschaffung mit deren Verhalten und Charakter vertraut machen.

Die Kommunikation der Farbmäuse über Laute

Farbmäuse kommunizieren miteinander. Deren Quiek- und Fiep-Laute bewegen sich in einem vom Menschen überwiegend nicht hörbaren hochfrequenten Bereich.

Hörbar sind nur wenige Laute, wie das:

  • Fiepen bei Schmerzen
  • Fiepen aus Angst
  • Fiepen bei Streitereien in der Gruppe
  • Putzfiepen

Die Kommunikation der Farbmäuse über Gesten

Obgleich Mäuse als Krankheitsüberträger gelten, sind sie reinlich. Ihr Fell pflegt die Farbmaus mehrmals am Tag, indem sie mit den Vorderpfoten darüberwischt. Kratzen und Ablecken sind ebenfalls Gesten, mit denen sie ihrem Reinlichkeitsbedürfnis nachkommt.

In der Gruppe unterstützen die Farbmäuse sich bei der Fellpflege gegenseitig. Sie übernehmen diese an den Stellen, die die einzelne Maus selbst nicht erreichen kann. Geht es in der Gruppe harmonisch zu, stärken die Gesten den Zusammenhalt. Ist die putzende Farbmaus zu rabiat, macht die gepeinigte Maus durch Fiepen darauf aufmerksam.

Kriselt es, nutzen Farbmäuse das Putzen anderer Gruppenmitglieder als Dominanzverhalten. Dabei übertreiben sie dies so stark, dass ihre „Opfer“ kahle Stellen aufweisen.

Eine Eigenschaft der Farbmäuse hilft ihnen, in der Natur zu überleben: ihre Aufmerksamkeit. Um besser zu hören und zu sehen, machen sie Männchen. Hören sie etwas, drehen sie ihre Ohren zur Geräuschquelle.

Beobachten Halter von Farbmäusen wie eine Maus mit dem Schwanz schlägt, wittert sie Gefahr und macht ihre Artgenossen durch diese Geste darauf aufmerksam. Gleichzeitig dient das Schwanzschlagen dem Feind gegenüber als drohende Gebärde.

Vergesellschaftung – ein bedeutender Schritt zur artgerechten Haltung

Eine Farbmaus allein gehalten, fühlt sich in ihrer Umgebung nicht wohl. Sie braucht als Gruppentier mindestens drei Artgenossen. Tipp: Um tödlich endende Machtkämpfe von Farbmaus-Böcken zu vermeiden, sollten Halter sie nur kastriert in die Gruppe einbringen.

In den Gruppen geht es nicht immer friedlich zu, denn auch Kastraten bekämpfen sich gelegentlich. Die Lösung: einen kastrierten Bock in eine Weibchengruppe einbringen. Dieser hält dann auch zickende Weibchen unter Kontrolle. Die weibliche Farbmaus im Alter von drei bis vier Monaten kommt in die Zickenphase. In dieser Zeit beobachten Halter Bisswunden bei den Tieren.

Bei der FarbmausVergesellschaftung gehen Halter behutsam und nach bestimmten Regeln vor. Niemals bringen sie eine einzelne Maus direkt in eine große Gruppe ein. Diese vergesellschaftet der Halter zunächst mit einer kleinen Teilgruppe. Anschließend legt er die Gruppen wieder zusammen.

Bitte beachten: Niemals zwei bestehende Sippen vergesellschaften, denn das geht schief. Diese bekämpfen sich so lange, bis eine von beiden die Flucht ergreift. Demutsgesten sind nur innerhalb einer bestehenden Gruppe zu erwarten.

Welche Käfiggröße für eine artgerechte Haltung der Farbmaus?

Bei der artgerechten Farbmaus-Haltung spielen die Größe des Käfigs, dessen Einrichtung und die Umgebung eine große Rolle. Die empfohlenen Mindestgrößen unterscheiden sich. So empfiehlt der Schweizer Tierschutz für den Farbmaus-Käfig folgende Maße:

Fläche: mindestens 0,5 m², besser 0,75 m²

Höhe: mindestens 60 cm, besser 100 cm

Der deutsche Tierschutzbund empfiehlt für 4 bis 5 Mäuse eine Käfig-Mindestgröße von 100 × 50 × 80 cm. In einer Sache sind sich Fachleute einig: Je größer der Käfig ist, umso wohler fühlen sich die Farbmäuse. Voraussetzung: Dieser wurde fachgerecht eingerichtet.

Tipp: Ist kein spezieller Mäusekäfig vorhanden, lässt sich auch ein Vogelkäfig mit querverstrebtem Gitter in einen solchen umwandeln. Der Abstand der Streben darf 0,5 cm nicht überschreiten. Bringen die Halter der Farbmäuse an drei Seiten des Käfigs Sperrholzplatten an, ist den Mäusen nicht zu hell.

Aufgrund mangelnder Belüftung eignen sich Käfige aus Kunststoff mit kleinen Lüftungsflächen sowie Terrarien für Reptilien nicht als Gehege. Ebenso ungeeignet sind Exemplare mit niedriger Schale für die Einstreu.

Der Käfig steht vor direkter Sonne geschützt bei Tageslicht in einem ruhigen Raum, dessen Temperatur 25 °C nicht überschreitet. Wohnzimmer sind zu unruhig. Da es sich bei Farbmäusen um nachtaktive Tiere handelt, sind Kinderzimmer und Schlafräume nicht geeignet. Steht der Raum fest, platzieren die Halter den Käfig zum Schutz vor Zugluft und von Fußbodenheizungen an einem hoch gelegenen Platz. Dieser grenzt mindestens an einer Seite an eine Wand (Alternative: Spanplatte anbringen).

Keine Chance für Langeweile – die Gehegeeinrichtung

Zu Beginn der Einrichtung des Geheges stellen die Mäusehalter genügend abgeflachte Steine hinein, die die Nager zu ihrer Sicherheit nicht untergraben können. Diese braucht die Farbmaus, um ihre Krallen abzuwetzen.

Zum Graben von Gängen füllen Halter von Farbmäusen anschließend eine 20 bis 40 cm hohe Schicht Einstreu in den Käfig. Diese besteht bestenfalls aus einer Mischung Kleintierstreu, Heu und Stroh. Als Nistmaterial kommt Haushaltspapier (ungefärbt) oder Heu infrage.

Für jede Maus stellen Tierhalter je eine Unterschlupfmöglichkeit ins Gehege. Das können sein:

  • Holzhäuschen
  • Korkrinden
  • Kokosschalen
  • selbst gebautes Toilettenpapier-Iglu

Um ihrem Kletterbedürfnis nachkommen zu können, besteht die Einrichtung des Käfigs aus verschiedenen Etagen und Kletterästen, die der Halter fest anbringt. Zum Erreichen der einzelnen Geschosse dienen Äste, Seile und Leitern. Weitere Zubehörteile, die Farbmäuse mögen, sind:

  • Wippen
  • Buddelkisten
  • Laufrad (umstritten)
  • Hängematten

Zum Nagen braucht die Maus Äste und Zweige von ungiftigen Bäumen wie die Weide und die Buche. Auch die Hasel und ungespritzte Obstbäume kommen dafür in Betracht. Futter- und Trinknäpfe bringen die Halter der Farbmäuse so an, dass die Nager sie nicht eingraben können.

Futter

Das Futter für eine Farbmaus besteht aus einem gehäuften Teelöffel Körnerfutter, ergänzt durch kleine Gemüsemengen. Geeignet sind:

  • Wildkräuter
  • Gurken
  • Brokkoli
  • Karotten
  • ab und zu tierische Eiweiße (Mehlwurm oder Quark)
  • Hirsekolben oder Nüsse nur gelegentlich (Beschäftigung)

Mäuse vertragen kein Steinobst, keine Zwiebelgewächse und kein exotisches Obst. Äpfel und Birnen reichen Halter ihren Farbmäusen in gelegentlich in ganz geringen Mengen. Nagerdrops sind aufgrund des Zuckergehaltes ebenso wie Nagersticks nicht gut für die Gesundheit.

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Pflege

Um die Farbmaus gesund zu erhalten, ernähren Halter diese nach den Empfehlungen und achten auf die Hygiene. Dazu wechseln sie täglich das Wasser und erneuern das Futter. Zuvor reinigen sie die Näpfe. Zweimal wöchentlich machen sich die Halter auf die Suche nach Futterdepots, denn die Nahrung verdirbt rasch, insbesondere wenn es sich um tierische handelt.

Die Toilettenreinigung erledigen Halter zweimal in der Woche. Der Wechsel der Einstreu ist im 3- bis 4-wöchigem Rhythmus notwendig. Mäuse markieren ihre Umgebung, daher ergibt es Sinn, nur verschmutzte Einstreu zu beseitigen und den Rest wieder in den Käfig hineinzugeben.

Welche Pflege für die Farbmaus?

Die Farbmaus ist ein Beobachtungstier. Dies dient jedoch nicht einzig dem Vergnügen, sondern der Krankheitsvorsorge und der Gewöhnung an den Halter.

Diese überprüfen die Gesundheit des Tiers, indem sie das Verhalten und die Bewegungsabläufe sowie die Körperhaltung beobachten. Zudem sind Auffälligkeiten des Fells und der Nase Kriterien für eine mögliche Erkrankung. Frisst die Farbmaus genug oder ist sie zu dünn? Wie sieht es mit der Länge der Krallen aus? Sind die Tiere sichtbar krank oder auffällig, suchen Halter mit ihnen den Tierarzt auf.

Bekommt der Nager Zugluft mit, besteht die Gefahr einer Atemwegserkrankung. Dies äußert sich durch:

  • Schnattern
  • Knacken
  • Tuckern

Hören Halter diese Geräusche, handelt es sich nicht – wie oft angenommen – um ein Schimpfen, sondern um einen durch den Tierarzt zu behandelnden Infekt.

Fazit

Farbmäuse sind Beobachtungstiere, die sich nicht für kleine Kinder und Familien mit Hunden oder Katzen eignen. In unzähligen Farbmaus-Farben erhalten interessierte Menschen die Nager in der Zoohandlung, beim Farbmaus-Züchter oder im Tierheim. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv, weshalb es schwierig ist, einen geeigneten Standort für den möglichst großen Käfig zu finden.

Halter sollten wissen, wie sie diesen korrekt einrichten. Bei artgerechter Haltung hat die Farbmaus eine Lebenserwartung von 1,5 bis 2 Jahren.

Foto: ©Ervin Monn /stock adobe

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