Typische Verhaltensweisen von Kaninchen

Sie sind niedlich, flauschig und gehören zu den beliebtesten Haustieren – die Kaninchen. Doch können Kaninchen Gefühle wie Angst, Aggression oder gute Laune zeigen? Welche Verhaltensweisen sind für Kaninchen eigentlich typisch?

Viele Kaninchenhalter haben Probleme damit, ihre Tiere richtig zu verstehen oder anhand ihrer Verhaltensweisen zu deuten. Nicht selten kommt es zu Missverständnissen zwischen den Tieren und ihren Haltern. Damit es nicht zu Problemen in der Haltung kommt, ist es wichtig, dass der Halter die typischen Verhaltensweisen seiner Kaninchen kennt und weiß, wie er in bestimmten Situationen handeln muss. Wie andere Lebewesen auch, zeigen Kaninchen schließlich Angst, Aggressionen, gute Laune und weitere Emotionen.

Welche Verhaltensweisen typisch bei Kaninchen sind und worauf sich Kaninchenhalter und Kanincheninteressierte einstellen müssen, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Die typischen Verhaltensweisen von Kaninchen

Kaninchen sind Tiere, die über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen. Die Kommunikation untereinander gehört zum natürlichen Verhalten des Tieres dazu. Kaninchen, die sich wohlfühlen, hoppeln interessiert durch die Gegend und machen sogar Luftsprünge. Glückliche Kaninchen beschäftigen sich, sind zudem aufmerksam und aktiv. Es gibt aber auch noch weitere typische Verhaltensweisen, die Kaninchenhalter kennen sollten.

Kaninchen wühlen und buddeln schließlich gern. In der freien Wildbahn zeigen sie dieses Verhalten, um Schutz vor Fressfeinden oder um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Außerdem wetzen sie dadurch ihre Krallen, die in nur seltenen Fällen vom Halter oder Tierarzt gekürzt werden müssen.

Neben dem Buddeln und Wühlen gehört das Putzen zu den typischen Verhaltensweisen der Hoppler. Das häufige Lecken ist ein Zeichen der Körperpflege. An schwer zugänglichen Körperstellen putzen sich Kaninchen sogar gegenseitig. Es ist allerdings nicht nur ein Zeichen von Körperpflege. Kaninchen zeigen durch das Ablecken eines anderen Tieres die Zugehörigkeit. Ist dieses Verhalten zu beobachten, zeigt dies, dass das neue Kaninchen von dem anderen akzeptiert wurde. Lecken die Kaninchen jedoch Hände ab, deutet dies auf eine mangelnde Beschäftigung hin.

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Kaninchen fressen außerdem ihren eigenen Kot. Ein natürliches Verhalten der Tiere, welches für den Halter auf den ersten Blick eher ungewöhnlich erscheint. Doch warum machen sie das? Es gibt nur einen bestimmten Kot, den Kaninchen fressen, und zwar ihren Blinddarmkot. In diesem sind sehr viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe enthalten, die das Kaninchen braucht. Es ist für den Kaninchenhalter sehr wichtig, dieses natürliche Verhalten keineswegs zu unterbinden.

Die Körpersprache von Kaninchen – was möchten sie sagen?

Tierfreunde sollten die Kaninchensprache kennen. In bestimmten Situationen zeigen die Tiere, wie es ihnen geht, was sie fühlen und was sie ausdrücken möchten. Kennt der Kaninchenhalter diese Verhaltensweisen nicht, kann es schnell zu Missverständnissen in der Haltung kommen.

Häufig ist zu beobachten, dass Kaninchen andere ihrer Art oder sogar den Halter anstupsen. Doch was bedeutet das eigentlich? Dieses Verhalten ist ebenfalls typisch. Durch das Anstupsen begrüßt das Kaninchen andere Artgenossen oder eben seinen Halter. Es kann aber auch eine Aufforderung zum Putzen oder Spielen sein. Grundsätzlich möchten Kaninchen durch das Anstupsen auf etwas aufmerksam machen.

Neben diesem Verhalten ist das sogenannte Männchen machen sehr oft zu beobachten. Dabei richtet sich das Kaninchen auf, ähnlich wie ein Erdmännchen, und schaut in der Gegend herum. Auch dieses Verhalten ist für Kaninchen typisch. Sie möchten dadurch einen besseren Blick bekommen und schauen, was in ihrer Umgebung passiert. Ein typisches Verhalten, welches auch in der freien Wildbahn sehr gut zu erkennen ist. Durch das Männchen machen können die Tiere ihre Feinde deutlich schneller erkennen. In der Haltung in einem Gehege oder im Freilauf machen Kaninchen meistens Männchen, um sich nicht nur umzusehen, sondern auch um Futter zu erbetteln.

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Es ist zu beobachten, dass sich viele Kaninchen auf dem Boden wälzen. Ein typisches Verhalten? Ja, denn damit möchten die Tiere ihr Wohlbefinden zum Ausdruck bringen. Kaninchen, die sich wohlfühlen und glücklich sind, wälzen sich auf dem Boden in frischem Stroh oder im Sand.

Die Äußerungen durch Laute – wie teilen sich Kaninchen überhaupt mit?

Neben dem Ausdruck in ihrer Körpersprache können Kaninchen sich durch bestimmte Laute äußern. Natürlich geben andere Haustiere wie Hunde deutlich mehr Laute von sich. Allerdings können Kaninchenhalter einige Laute ab und an zu hören kriegen. Natürlich sind nicht alle Kaninchen gleich und geben die gleichen Laute ab, jedoch gibt es typische Laute, die nicht nur in der freien Wildbahn zu hören sind.

Besonders gut zu erkennen ist ein solches Verhalten bei Jungtieren. Die Kleinen fiepen in der Regel sehr schrill und leise, wenn sie nach ihrer Mutter rufen. Es gibt aber auch Kaninchen, die fiepen, wenn sie beispielsweise gejagt werden.

Werden Kaninchen wütend oder sind aggressiv können sie ein leichtes Fauchen oder Knurren von sich geben. Diese Laute geben allerdings nicht alle Kaninchen von sich. Sollte dies jedoch der Fall sein, ist es für den Halter wichtig, dass Tier erst einmal in Ruhe zu lassen. Streicheln oder Anfassen sind keine gute Lösung, da Kaninchen kratzen oder beißen, wenn sie Gefahr wittern.

Viele Kaninchen geben einen Laut von sich, indem sie mit ihren Hinterbeinen auf den Boden klopfen. Dieses Verhalten ist nicht nur in freier Wildbahn zu beobachten, sondern auch bei der Haltung als Haustier. Das Stampfen der Hinterläufe dient in der freien Wildbahn als Warnung für andere Artgenossen. Die Kaninchen machen dadurch auf Fressfeinde aufmerksam. Der Schall des Stampfens überträgt sich auf den gesamten Boden und ist sogar unter der Erde in einem Kaninchenbau hörbar. Sollten sich einige Tiere noch im Kaninchenbau befinden, hören sie das Warnsignal rechtzeitig und können fliehen. Es muss aber nicht immer ein Warnsignal sein. Gleichzeitig kann das Klopfen ein Zeichen von Wut, Angst oder sogar Stress sein.

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Fazit – Kaninchenbesitzer sollten die Körpersprache ihrer Tiere verstehen

Die typischen Verhaltensweisen sind vielen Kanincheninteressierten wahrscheinlich nicht bekannt. Schließlich gibt nicht jedes Kaninchen Laute von sich. Allerdings ist die Körpersprachen immer die gleiche, ob in der freien Wildbahn oder in der Haltung zu Hause.

Für den Kaninchenbesitzer ist es wichtig, die typischen Verhaltensweisen zu kennen, um auf die Bedürfnisse seines Haustieres eingehen zu können. Kennt er die Körpersprache des Kaninchens nicht und weiß nicht, was das Tier mit seinen Lauten oder seinem Verhalten zeigen oder sagen möchte, kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Aufgrund dessen ist es umso wichtiger, sich nicht nur mit der Haltung der Tiere ausgiebig zu beschäftigen, sondern auch mit ihrer Körpersprache.

Foto: Loreke76 via Twenty20

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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